Hildesheim - Wer in der Straße Galgenbergsfeld jemanden besuchen möchte, sollte ganz, ganz langsam fahren, denn die Baustraße weist so viele tiefe Schlaglöcher auf, dass die Anfahrt zu einer Schaukelpartie wird. Die Anwohner und Anwohnerinnen ärgert der Zustand der Straße schon lange: 2016 hat die Erschließung des Baugebiets Am Rosenhang begonnen. Seitdem leben die Bewohner und Bewohnerinnen mit Baumaschinen vor der Tür und einer Huckelpiste, die bei Trockenheit staubt und bei Regen schlammig wird. Doch jetzt macht der Investor, die Castell Projektgesellschaft mbH mit Sitz in Münster, Hoffnung auf Besserung.
In dem Baugebiet sind auf 26000 Quadratmetern Mehrfamilienhäuser, Reihen- und Doppelhäuser entstanden. Doch es gibt auch einige Alteingesessene in bestehenden Gebäuden, die daher die Bautätigkeit von Anfang an miterlebt haben. Das Gelände gehörte einmal zum Landeskrankenhaus, in den Häusern wohnten Mitarbeitende.
2014 wurde der Bebauungsplan für das Gebiet Am Rosenhang unterhalb der Ameos Klinik beschlossen. Der Investor Castell baut dort selbst, hat aber auch Grundstücke an andere Bauherren verkauft. Unter anderem trifft dies auf die Fläche für die Medi Care Seniorenresidenz zu, die das Unternehmen Orpea bis Jahresende fertigstellen will.
„Eine Zumutung für die Mieter“
„Alles verstaubt, alles verschmutzt“, klagt eine Anwohnerin, die fast 50 Jahre in dem Gebiet lebt. Wenn ihre Tochter zu Besuch kommt, fürchtet diese, das Auto werde einen Achsbruch erleiden – dreckig wird es auf jeden Fall. Das dauert schon so lange, dass die Mutter sich fragt, ob sie den Ausbau der neuen Straße wohl noch erleben werde.
Dabei sei sie gehbehindert, der unebene, lose Untergrund vor ihrer Haustür sei für sie besonders problematisch, im Winter werde außerdem nicht geräumt. Sie habe schon überlegt, wegzuziehen, sagt die Bewohnerin, habe sich andere Wohnungen angesehen: „Aber wir haben hier eine sehr, sehr gute Nachbarschaft.“ Deshalb bleibe sie doch.
Eigentümer dieser älteren Reihenhäuser ist die Immobiliengruppe Haack aus Hemmingen. Mehrfach hätten Bewohner sie als Vermieter kontaktiert und sich beklagt, sagt Mitinhaber Ruben Haack: „Das war immer wieder eine Zumutung für die Mieter.“ Mehrfach habe das Unternehmen auch bei der Baufima nachgehakt, um die Arbeiten zu beschleunigen, jedoch ohne Erfolg. Konkrete Schäden zum Beispiel durch Wassereinbruch nach Erdarbeiten hätten sich jedoch mit den Verantwortlichen abwickeln lassen.
Baustart innerhalb der nächsten vier Wochen
Nun kündigt der Investor einen Beginn der Straßenbauarbeiten innerhalb der nächsten vier Wochen an: „Wir beginnen im oberen Bereich und arbeiten uns herunter“, sagt Jan Girndt, Geschäftsführer der Castell Projektgesellschaft mbH. Auf diese Weise sei es möglich, mit dem Ausbau zu beginnen, obwohl das Seniorenheim noch nicht fertiggestellt sei. Die Straße werde gepflastert, es würden neue Gehwege erstellt, und auch die Straßenbeleuchtung werde von seinem Unternehmen errichtet. Zuletzt werde auch die Zufahrt zur Ameos Klinik saniert. „Gut, dass da jetzt Bewegung reinkommt“, meint Ruben Haack.
Wie lange die Arbeiten dauern werden, sei nicht genau vorhersehbar, sagt Jan Girndt: „Zur Zeit gibt es immer wieder Unterbrechungen im Materialfluss.“ Auch könnte die Corona-Pandemie im Herbst zu Verzögerungen führen. Girndt rechnet mit sechs bis acht Monaten Bauzeit, dann soll die Straße abgenommen und an die Stadt übergeben werden: „Wir möchten auch gerne schnell fertig werden“, versichert Jan Girndt.

