Hildesheim - Das Wildgatter, Hildesheims kleiner Tierpark in Ochtersum, ist als Ausflugsziel gefragt wie nie zuvor. Das fing nicht erst mit Corona an, sagen übereinstimmend Hans-Uwe Bringmann, Vorsitzender des Fördervereins, und Jean-Marc Hakemeyer, Chef der Kupferschmiede. „Aber seitdem haben wir noch einmal einen richtigen Schwung erlebt.“ Die Gründe liegen auf der Hand: Das Wildgatter ist stadtnah, grün, es gibt etwa 300 Tiere zu sehen und das Ganze kostet nicht einmal Eintritt.
„An Wochenenden ist hier kein einziger Parkplatz mehr frei“, sagt Hakemeyer – selbst ein Wohnmobil steht neuerdings häufig hier. „Wir haben es auch schon erlebt, dass Leute auf der engen Zufahrt zwischen parkenden Autos wenden wollten und dann seitlich in den Graben gerutscht sind.“
Für den Gastronom keine ideale Situation, immerhin hat er gerade die Säle der Kupferschmiede so erweitert, dass allein im unteren Anbau 160 Gäste Platz finden, und auch die kommen für gewöhnlich mit Autos. Zusammen mit all den Spaziergängern, die über die schmale Zufahrt aus Ochtersum anfahren – schon ist das Chaos da.
Wird seine Beliebtheit zum Problem für das Wildgatter?
Wird ausgerechnet seine Beliebtheit für das Wildgatter zum Problem? „Naja, die Besucherzahlen in irgendeiner Form beschränken, das können wir nicht“, so Bringmann. Dafür habe das Gelände zu viele Zugänge und Schlupflöcher. „Wir müssten es über hunderte Meter einzäunen, um einen zentralen Einlass zu schaffen und dann möglicherweise auch Eintritt nehmen zu können.“ Das sei nicht zu machen. „Es ist nicht geplant, eine Eintrittsgebühr zu erheben“, sagt auch Stadtsprecher Helge Miethe, „Spenden werden jedoch vom Förderverein gerne angenommen, um Investitionen tätigen zu können.“
Was Bringmanns Meinung nach durchaus sinnvoll wäre: dass die Stadt die Zufahrtsstraße An der Kupferschmiede saniert und mit Haltebuchten versieht, sodass Autofahrer zumindest entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen können. Das sei ja nicht irgendein Waldweg, sondern eine gewidmete Straße, deren Instandhaltung der Stadt obliege. „Da ist der Vorstand des Fördervereins dann bei der Realisierung auch gern behilflich“, so Bringmann.
Es gibt auch noch andere Parkmöglichkeiten
Die Verwaltung verweist ihrerseits auf Ausweichmöglichkeiten, was das Parken betrifft. „Was die Parksituation anbelangt, ist die Anzahl der Parkplätze natürlich begrenzt“, sagt Stadtsprecher Helge Miethe. „Es gibt aber nicht nur den Parkplatz an der Kupferschmiede, sondern auch noch den am Schulbiologiezentrum.“ Von dort seien es nur wenige Schritte zum Wildgatter. Und natürlich bestehe auch die Möglichkeit, das Wildgatter zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Dem wiederum stimmt Bringmann zu, er selbst parke immer am Schulbiologiezentrum, zudem sei da an den Wochenenden auch noch der Parkplatz vor dem HIT-Supermarkt . „Wenn die Leute ohnehin zum Spazierengehen ans Wildgatter kommen, dann können sie auch die paar Meter mehr laufen“, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt.
Eine Schranke ist keine praktikable Lösung
Um die Zahl der Ankommenden über die Waldzufahrt zu regulieren, hatte Hakemeyer bereits eine Schranke ins Gespräch gebracht, für deren Betrieb er auch bereit wäre, Personal zur Verfügung zu stellen. Der Förderverein wie die Stadt sehen darin keine sinnvolle Option, die Parksituation zu entlasten.
