Emmerke - Wer in Emmerke die Turnhalle der Max-Seeboth-Straße betritt, hört oftmals dieses ständige Ping-Pong-Geräusch. Plötzlich mischt sich ein dumpfer Ton unter das viele Ping-Pong. „Na, wer ist mit dem Schläger auf der Platte gelandet?“, fragt Trainer Fabian Eggers die Spielerinnen der 1. Damen-Truppe mit einem Lachen im Gesicht. In der Sporthalle an der Grundschule trainieren die mehr als zehn Erwachsenen- und Junioren-Mannschaften der Tischtennis-Sparte des SV Emmerke – an diesem Abend ist aber nur das Frauen-Team in der Halle.
Ab der kommenden Saison wird es erstmals eine Emmerker Mannschaft geben, die in der Regionalliga aufschlägt. Es ist erwähntes, erste Frauen-Team um Jana und Julia Schrieber, Hanna-Marie Stolzenberg und Marlen Trüe. Als Zweitplatzierte der abgelaufenen Oberliga-Saison steigen die Spielerinnen in die Regionalliga Nord auf. „Emmerke hat eine lange Tradition, was starkes Frauen-Tischtennis angeht“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Bunnenberg. „Aber dieser Erfolg toppt alles. Es ist der Größte der Vereinsgeschichte.“
Konstante Konstellation
Entsprechend stolz ist man im Verein, aber auch im Team selbst. Die Schrieber-Schwestern, Stolzenberg und Trüe spielen bereits seit einigen Jahren zusammen. Zwar wechselten die Konstellationen vereinzelt mal durch, aber die vier kennen sich bestens. „Oft holen sich Vereine, je höher sie antreten, Spielerinnen und Spieler aus dem Ausland“, sagt Julia Schrieber. Beim SVE ist das anders – die alte Konstellation bleibt bestehen. „Wir haben uns unsere Erfolge selbst erarbeitet, sind nicht erst in der Ober- oder Regionalliga so zusammengekommen“, erklärt Marlen Trüe. Und Julia Schrieber ergänzt: „Für uns ist das etwas Besonderes, hier zu spielen und eigentlich nicht selbstverständlich.“
Seit rund acht, neun Jahren ist das Quartett so zusammen. Drei Mal die Woche wird gemeinsam trainiert. „Da wächst auch eine Freundschaft mit“, meint Julia Schrieber. Sie ist mit erst 20 Jahren die Älteste der jungen Garde. Stolzenberg ist 19, Trüe 18 und Julias kleine Schwester Jana sogar erst 17.
„Wir beide wollen immer gewinnen“
Doppel spielen die Schwestern im Übrigen nicht mehr zusammen. Die an Position eins gesetzte Jana Schrieber schlägt an der Seite von Hanna-Marie Stolzenberg (Position drei) auf, dazu spielen Julia Schrieber (2) und Marlen Trüe (4) das zweite Doppel.
„Früher waren wir ein Doppel, das hat auch ordentlich funktioniert“, sagt Jana Schrieber. Im Training fordern sich die Schwestern dann gegenseitig heraus. „Das macht schon Spaß, weil wir beide immer gewinnen wollen“, so Julia Schrieber. Eine Eigenschaft, die es den beiden leicht macht, sich gegenseitig bei den Wettkämpfen zu unterstützen. „Wir freuen uns einfach, zusammen zu den Spielen zu fahren und uns anfeuern zu können“, ergänzt die 17-Jährige.
Die Papas haben es verantwortet
Eine Besonderheit vereint im Übrigen alle vier aus dem Team. Die Väter haben sie zum Tischtennis gebracht. „Ich habe früher geturnt und meine Mutter wollte unbedingt, dass ich noch eine Mannschaftssportart ausübe“, sagt Trüe. „Mein Papa hat mich dann zum Tischtennis mitgenommen.“ Sowohl Stolzenberg als auch die Schrieber-Schwestern kamen ebenfalls zum Tischtennis, weil die Väter sie mitnahmen.
In der Regionalliga wird das junge Team ein anderer Spielstil erwarten. „Ich glaube aber, das kommt uns sogar entgegen“, freut sich Marlen Trüe auf die neue Liga. „Wir sind alles sehr aktive Spielerinnen, und wir erwarten auch in der Regionalliga viele aktive Gegnerinnen. Die Matches werden offener.“
Fahrten nach Hannover, Hamburg und Berlin
In der Nord-Staffel müssen die Emmerkerinnen unter anderem nach Hamburg oder Berlin fahren. „Aber wir sind zufrieden mit der Staffel, viele Spiele finden auch in der Region Hannover und in Braunschweig statt“, sagt Trainer Eggers. Das Ziel sei der Klassenerhalt und möglichst viele Mannschaften zu ärgern und neue Dinge zu lernen. „Die Motivation ist riesig, sich gegen Stärkere zu behaupten“, ist Julia Schrieber voller Vorfreude.
Angst vor Niederlagen haben die Spielerinnen und ihr Trainer nicht. „Der Druck wird ein ganz anderer sein als noch in der Oberliga. Wir sind jetzt nicht mehr der große Favorit“, sagt Eggers. „Gegnerische Mannschaften ärgern zu können, statt immer gewinnen zu müssen, das kann bei der Leistung vielleicht noch ein oder zwei Prozent herauskitzeln.“ Trüe ergänzt: „Wir verstehen uns außerdem zu gut, dass Niederlagen uns auseinander bringen.“
Sie geben ihr Können weiter
Neben den eigenen Spielen engagieren sich die Spielerinnen auch im Emmerker Tischtennis-Nachwuchs. Das freut auch Abteilungsleiter Bunnenberg: „Marlen, Julia und Jana geben ihr Können an die nächsten Generationen weiter, das ist eine super Sache.“




