Bad Salzdetfurth - Bei einem Austritt von Kohlendioxid (CO2) im Rewe-Markt an der Ahnepaule im Bad Salzdetfurther Ortsteil Wehrstedt sind am Freitag 16 Personen verletzt worden.
Kurz nach 12 Uhr ging der Alarm in der Leitstelle der Feuerwehr ein. Minuten später waren die ersten Einsatzfahrzeuge aus Wehrstedt und Bad Salzdetfurth vor Ort. Zwischenzeitlich hatten die Beschäftigten und die Kundinnen und Kunden das Gebäude, in dem sich das Gas mittlerweile vollständig ausgebreitet hatte, bereits verlassen.
„Es ist äußerst gefährlich“
Zur Versorgung der Verletzten rückten drei Rettungswagen sowie ein Notarzt aus. „Beschäftigte haben durch das direkte Einatmen über gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel Atemnot oder Kopfschmerzen geklagt“, berichtet Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Kai Zimmermann.
Ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter wurde anschließend von zwei Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr für weitere Untersuchungen in Hildesheimer Krankenhäuser gebracht. Zuvor wurden sie bereits vor dem Rewe-Markt medizinisch durchgecheckt. Wegen teilweise extrem hoher Werte folgte dann im Krankenhaus eine Blutentnahme, um die Sauerstoffsättigung im Blut zu bestimmen. Denn Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff, sodass sich das Gas negativ auf den Sauerstofftransport im Blutkreislauf auswirkt. „Es ist äußerst gefährlich“, betont Zimmermann. Von den 16 Personen, die ins Krankenhaus gekommen sind, sei aber niemand schwerer verletzt, teilt Rewe-Marktchef Sercan Övüc am Freitagabend noch mit.
Gebäude umgehend geräumt
Wie war es zu dem Gasunfall gekommen? In den Mittagsstunden fanden an einer Kühltruhe Wartungs- und Reparaturmaßnahmen statt. Dabei war es dann offenbar zu Problemen gekommen. Einzelheiten, wie es dazu kommen konnte, sind derzeit nicht bekannt. Als im Markt bemerkt worden sei, dass das Kühlmittel und damit auch Kohlendioxid ausgetreten ist, hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laut Övüc schnell reagiert. „Sie haben die Kundinnen und Kunden gebeten, den Markt schnellstmöglich zu verlassen, das hat gut funktioniert“, schildert Övüc.
Dazu kam, dass durch den Gasaustritt ein akustischer Alarm ausgelöst wurde. Die Feuerwehr hatte die Aufgabe, das Gebäude zu belüften, entsprechende Messungen vorzunehmen und einen Sammelplatz einzurichten. Mit den üblichen Lüftern, die zum Beispiel bei einem Wohnungsbrand zum Einsatz kommen, konnten sie bei der großen Fläche allerdings nicht sehr viel ausrichten. Von der Bosch-Werkfeuerwehr wurde ein Hochleistungslüfter angefordert.
Markt öffnet Samstag wieder
Das vor dem Eingang platzierte Gerät musste aber gar nicht seine volle Leistung erbringen. „Standgas hat da vollkommen ausgereicht“, berichtet Zimmermann. An einer Gebäudeseite hatten Feuerwehrleute die Bad Salzdetfurther Drehleiter aufgebaut, da zuvor Geräusche im Dachbereich festgestellt wurden. Dort gab es aber keine weiteren Hinweise. Unter der Leitung von Wehrstedts Ortsbrandmeister Christian Bolm waren über 80 Retter sowie die Feuerwehrtechnische Zentrale im Einsatz. Dazu kamen der Rettungsdienst und die Polizei.
Gegen 14.30 Uhr meldete die Einsatzleitung, dass das Gebäude gasfrei ist. Eine Fachfirma kümmerte sich anschließend um die Behebung des Schadens und die Prüfung der Sicherheit. Auch das Gewerbeaufsichtsamt wurde für weitere Ermittlungen eingeschaltet. Die Feuerwehr rückte gegen 15.45 Uhr ab. Am Freitag bleibt der Markt geschlossen. Die Tiefkühlprodukte mussten komplett vernichtet werden. Am Samstag sind die Türen ab 7 Uhr wieder geöffnet. Allerdings steht den Kundinnen und Kunden nur ein eingeschränktes Sortiment zur Verfügung.
Von Michael Vollmer
