Corona-Krise

Kampf gegen Corona: Weitere Schließungen in Hildesheim

Hildesheim/Kreis Hildesheim - Die Zahl der Infektionen im Kreis Hildesheim hat sich auf 28 erhöht. Das Gesundheitsamt verschärft die Maßnahmen – auch die VHS muss ihren Betrieb einstellen.

Im Gesundheitsamt Hildesheim laufen die Fäden bei der Bekämpfung des Coronavirus’ zusammen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim/Kreis Hildesheim - Nach den landesweiten Schul- und Kitaschließungen stehen wegen der Corona-Krise weitere Einschränkungen an. Das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim hat am Samstagnachmittag eine Liste mit präzisierten Anordnungen vorgelegt, die mindestens bis zum 18. April gilt.

– Demnach gelten die für öffentliche Schulen und Kitas beschlossenen Schließungen auch für alle privaten Schulen und Betreuungseinrichtungen

– Die Heilpädagogischen Tagesstätten der Lebenshilfen Alfeld und Hildesheim, sowie die Kindertagesstätte Lindholzpark und die Tagesstätte des Förderzentrums Bockfeld bleiben geschlossen. Auch dort wird eine Notbetreuung eingerichtet

– Auch in den Räumen von privaten Schulen, Kitas und den Tagesstätten der Behindertenhilfe müssen alle geplanten Veranstaltungen (auch Dritter) abgesagt werden

– Universität, HAWK (am Standort Hildesheim, Volkshochschule Hildesheim und die Musikschulen dürfen keine Kurse, Vorlesungen, Seminare oder andere Veranstaltungen mehr durchführen

– Sämtliche Badeanstalten und Schwimmbäder müssen geschlossen bleiben



Am Samstagabend hat das Gesundheitsamt aktuelle Zahlen zu den bestätigten Corona-Infektionen in Stadt und Landkreis Hildesheim mitgeteilt. Demnach sind aktuell 28 Infizierte registriert – am Freitag waren es noch 16, Donnerstag lag die Zahl bei sieben. 75 Personen befinden sich derzeit wegen Kontakten zu Infizierten in häuslicher Quarantäne. Die meisten Infizierten wohnen im Stadtgebiet Hildesheim: 16. Weitere Patienten kommen aus Elze (2), Harsum (1), Holle (1), Nordstemmen (2), Sarstedt (2) und Lamspringe (1). Drei Personen haben ihren Erstwohnsitz außerhalb des Landkreises.

Landrat Olaf Levonen ruft trotz der einschneidenden Maßnahmen ins öffentlichen Leben zur Besonnenheit auf: „Die Kreisverwaltung tut alles Erforderliche, um die Infektionsketten zu verlangsamen und so dafür zu sorgen, dass alle schwer erkrankten Personen auch adäquat medizinisch versorgt werden können.“ Es brauche aber dafür auch die Unterstützung der Bevölkerung, so Levonen. „Bitte beschränken Sie Ihre persönlichen Kontakte auf das Nötigste“, appelliert der Landrat. „Besonders Alte und Menschen mit Vorerkrankungen sind darauf angewiesen, dass sie nicht in Kontakt mit Infizierten kommen.“ Nach den bereits beschlossenen Schließungen von Einrichtungen, werde regelmäßig überprüft, ob weitere „weitere einschränkende Maßnahmen“ nötig seien, kündigt Levonen an.

Mitarbeiter des Gesundheitsamts im Dauereinsatz

Die Corona-Telefonhotline des Gesundheitsamts ist nach Angaben des Landkreises die ganze Woche über von zahlreichen besorgten Bürgern genutzt worden, bis zu 14 Mitarbeiterinnen seien gleichzeitig erreichbar – dennoch würden unter Umständen nicht alle Anrufer durchkommen oder müssten lange warten. Eine Ausweitung der Hotline-Zeiten sei aber nicht möglich, heißt es aus der Pressestelle des Kreises. Das Team des Gesundheitsamts sei seit mehr als zwei Wochen im Dauereinsatz, um Fragen zu beantworten, Corona-Tests zu machen sowie die Patienten in häuslicher Quarantäne zu betreuen. „Das kann nicht immer zur Zufriedenheit aller Bürgerinnen und Bürger geschehen, ist aber erforderlich.“ Die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Katharina Hüppe, rät dazu, nicht nur die lokale Hotline zu nutzen, sondern sich etwa über die Internetseite des zum Thema Corona-Information maßgeblichen Robert-Koch-Instituts (RKI) zu informieren.

Landesweit waren am Samstag offiziell 253 mit Corona infizierte Personen gemeldet (Stand 15 Uhr). Das sind 23 mehr als noch am Freitag. Aufgrund der unterschiedlichen Meldezeiten können einzelne Zahlen von den lokal bereits registrierten, aber noch nicht nach Hannover übermittelten Fällen, abweichen. So lagen die Hildesheim-Angaben in der Ministeriumsliste am Samstagnachmittag immer noch bei zehn Infizierten, obwohl der Kreis bereits am Freitag 16 festgestellt hat.

Nach der am Samstag vom Land veröffentlichten Statistik gibt es landesweit die meisten Corona-Infektionen in der Region Hannover: 59 Menschen sind dort positiv getestet worden. 19 meldet der Landkreis Diepholz, 17 der Landkreis Stade, 12 der Landkreis Osterholz, jeweils 11 geben die Landkreise Harburg und Oldenburg an. Alle anderen sind noch im einstelligen Bereich.

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