Talsperren im Harz

Kaum Regen: Was das fürs Trinkwasser im Kreis Hildesheim bedeutet – und für die Flüsse

Kreis Hildesheim - Seit Monaten regnet es zu wenig. Was das für die Talsperren bedeutet – und welche Auswirkungen die Trockenheit auf die Trinkwasserversorgung im Kreis Hildesheim und im gesamten Nordwesten Deutschlands hat. Droht ein Herbst wie 2018?

Die Granetalsperre, die unter anderem Trinkwasser für Hildesheim und Umgebung liefert, ist ungewöhnlich schwach gefüllt. Foto: Harzwasserwerke

Kreis Hildesheim - Nach der langen Trockenheit sind die Talsperren im Harz spürbar leerer als sonst. „Die Trinkwasserversorgung ist trotz der niedrigen Füllstände jedoch sichergestellt“, teilte ein Sprecher der Harzwasserwerke in Hildesheim mit. Aktuell seien die Talsperren zu 45 Prozent gefüllt, üblich wären zu der Jahreszeit 67 Prozent. Die für Hildesheim und mehrere Kommunen im Landkreis besonders wichtige Grane-Talsperre ist nur noch zu 44,2 Prozent gefüllt – allerdings ist dieser Stausee auch mehr als doppelt so groß wie zum Beispiel die Innerstetalsperre. Gleichwohl wurde ein derart niedriger Stand zuletzt im Herbst 2018 erreicht. Die Sösetalsperre, aus der teilweise ebenfalls Trinkwasser für die Region kommt, liegt nur noch bei 39,3 Prozent.

Harzwasserwerke können gegensteuern

Der niedrige Stand hat vor allem einen Grund: In den vergangenen drei Monaten, also von Juli bis September, habe es viel zu wenig geregnet, berichten die Harzwasserwerke. Auch im Oktober sei im Harz und damit im Einzugsgebiet der Talsperren bisher nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags gefallen. Damit die Reservoirs sich wieder füllen, müsste es vor allem in den kommenden Wintermonaten deutlich mehr regnen oder schneien.

Doch zur Not können die Talsperren gegensteuern. „Sollte es zu einer lang anhaltenden Trockenheit kommen, können verschiedene Maßnahmen helfen, die Trinkwasserversorgung abzusichern“, teilte der Sprecher der Harzwasserwerke mit. So kann etwa die Abgabe von Wasser an die Flüsse zeitweise verringert werden – allerdings ist diese ohnehin schon sehr niedrig.

Innerste konstant niedrig

Außerdem hilft im Ernstfall das Nordharz-Verbundsystem: Neben der Oker- kann auch die Innerstetalsperre Wasser für die Trinkwasserproduktion an die Granetalsperre weiterleiten. Dazu kam es im Spätherbst 2018, als die Füllstände vor allem von Söse- und Innerstetalsperre noch einmal merklich niedriger waren. Seinerzeit zapften die Harzwassserwerke sogar das sogenanntge Oberharzer Wasserregal an.

Die Innerstetalsperre, ohnehin eher klein, ist aktuell noch zu 40,9 Prozent gefüllt. Auch dort wird schon länger sehr wenig Wasser an den Fluss abgegeben. Der Wasserstand am Innerste-Pegel bei Heinde verharrt seit Wochen weitgehend auf dem historischen Tiefstwert von 1,95 Metern.

Recht niedrig ist zudem der Wasserstand der Leine am Pegel Poppenburg (Gemeinde Nordstemmen) mit 77 Zentimetern. Die Leine entspringt allerdings nicht im Harz.

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