Hildesheim - Bei Hitze sinkt der Appetit, das ist wissenschaftlich belegt. Unser Körper benötigt dann weniger Energie, um seine Temperatur zu halten – und möchte auf der anderen Seite nicht weiter aufgeheizt werden als nötig, was wiederum durch viel Essen geschehen würde. Wer bei (hoch)sommerlichen Temperaturen allerdings schon mal ein Freibad besucht hat, der sieht körperliche Grundsätze auf den Kopf gestellt.
Nostalgie in Tüten
Ich habe einen Trip ins Bad Salzdetfurther Freibad jüngst nicht nur zur Abkühlung genutzt, sondern auch zum Staunen. Wenig Appetit? Pustekuchen! Selbst Besucher, die für drei bis fünf Stunden Badespaß mit zwei Kühltaschen voll Essen anreisen, stehen irgendwann in der Pommes-Schlange. Zwischendurch gibt es noch eine klitzekleine bunte Tüte, ein Eis und eine Capri-Sonne. Macht die Hitze zwar träge, aber das Schwimmen hungrig? Ist es Langeweile, die uns zum Bad-Kiosk treibt? Oder doch Nostalgie? Schließlich war Freibad schon immer Pommes, Eis und bunte Tüte, völlig egal, was unser Appetit uns vorschreiben will.
Snack-Bollerwagen muss sein
Gerade Familien nehmen auf Ausflüge ohnehin eine Tonne Essen mit. Für Feldstudien taugt etwa auch der Familienpark Sottrum, durch den Menschengruppen ganze Bollerwagen voll Snacks ziehen – natürlich auch im Hochsommer. Bei besagtem Freibadbesuch habe ich übrigens versucht, meinen Kindern Kirschen, Karotten und Melone unterzujubeln. Experten empfehlen für heiße Tage schließlich leichte Kost. Aber trotzdem: Den Mineralstoffverlust durchs Schwitzen, den können ausschließlich salzige Pommes ausgleichen – oder etwa nicht?
