Kostenloses Frühstück

Kein Kind soll hungrig sein – Verein „Brotzeit“ will an Hildesheimer Schulen aktiv werden

Hildesheim - Der Verein „Brotzeit“, der an Grund- und Förderschulen ein kostenloses Frühstück für Kinder anbietet, möchte nun auch in Hildesheim aktiv werden. Was hinter dem von Schauspielerin Uschi Glas initiierten Projekt steckt, und wann das Angebot voraussichtlich starten kann.

Der Verein Brotzeit ermöglicht Schulkindern ein gesundes Frühstück. Ehrenamtliche geben die Mahlzeit an die Kinder aus. Foto: Guenther Strauss/serano-media

Hildesheim - Ein belegtes Brötchen, ein Apfel oder ein paar Tomaten: So könnte der Inhalt einer Brotdose aussehen. Allerdings haben immer weniger Kinder in der Schule Essen dabei. Genau da setzt der Verein „Brotzeit“ an, der künftig auch Kinder in Hildesheim mit einem kostenlosen Frühstück versorgen will.

Gegründet wurde der Verein mit Sitz in München 2009 auf Initiative der Schauspielerin Uschi Glas. Seitdem spendet Lidl als Kooperationspartner die benötigten Lebensmittel. Insgesamt 307 Grund- und Förderschulen und rund 14.000 Kinder täglich profitieren derzeit von dem Angebot. 450 Tonnen Lebensmittel werden dafür jedes Jahr ausgegeben. Nun sollen auch Schulen in Bremen, Hannover und Hildesheim dazukommen, bestätigt Sprecherin Barbara Renner. Ein Kooperationspartner, den der Verein nicht namentlich nennen möchte, habe dem Vorstand in diesen Regionen einen „starken Bedarf“ gemeldet, sagt Renner.

Projektleitung ist bereits eingestellt

In einem ersten Schritt möchten die Verantwortlichen Kontakt zur Schulbehörde aufnehmen, um dort zu erfahren, welche Grund- und Förderschulen in Hildesheim für das Projekt infrage kommen, berichtet Renner. Die Verwaltung habe einen Überblick, wo der Bedarf am höchsten ist. Anschließend wollen die Vereinsvertreter direkt mit den jeweiligen Schulleitungen sprechen, ob und wann dort ein Frühstücksbuffet angeboten werden kann. Eine Projektleitung in Hildesheim sei bereits eingestellt worden und arbeite sich nun ein. Im Frühjahr sollen dann weitere Gespräche geführt werden mit dem Ziel, die ersten Schulen ins Förderprogramm aufzunehmen, stellt Renner den Zeitplan vor. Bewerbungen von Schulen werden ebenfalls entgegengenommen.

Und wie genau sieht das Angebot aus? Die jeweiligen Schulen können mehr als 30 Produkte bestellen, zum Beispiel Brot, Wurst, Käse oder auch Marmelade und Honig. Außerdem können sich die Kinder beim Müsli bei verschiedenen Joghurts oder Quark bedienen. Auch Äpfel und Gurken werden angeboten. „Die Kinder stellen sich ihr Frühstück selbst zusammen und lernen durch die Auswahl auch für sie neue Lebensmittel kennen. Das ist ein wesentlicher und wichtiger Aspekt unseres Projektes“, sagt Renner. Aktuell bereiten 1700 ehrenamtlich tätige Senioren die Mahlzeit vor und geben sie aus. „Aber sie haben auch stets ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen der Kinder.“ In Hildesheim wird die Suche nach Helfern erst beginnen, wenn feststeht, welche Schulen ausgewählt werden.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig

Bundesweit steigt laut Renner die Teilnehmerzahl der Schülerinnen und Schüler am „Brotzeit“-Frühstück. „Die erschreckende Realität ist, dass jedes fünfte Kind in Deutschland hungrig zur Schule kommt.“ Das hat eine Sonderauswertung der aktuellen IGLU-Studie ergeben. Wenn eine Schule in das Projekt aufgenommen wird, steht das Frühstück jedem Schüler und jeder Schülerin offen. Die Kinder müssen sich nicht anmelden, aber 20 Minuten vor Unterrichtsbeginn in der Schule sein, weil das gemeinsame Frühstücken wichtig sei, sagt Renner. „Das stärkt die Gemeinschaft, schafft Vertrauen und fördert die Integration, da beim Frühstück deutsch gesprochen wird.“ Weiterer positiver Aspekt: Die Jüngeren können sich mit den älteren Frühstückshelfern generationsübergreifend austauschen.

Helfer gesucht

Freiwillige Senioren, die das Projekt als Frühstückshelfer unterstützen wollen, können sich schon jetzt über die Internetseite des Vereins bewerben. „Wir sind dankbar für jede tatkräftige Unterstützung, da unsere Frühstückshelfer das Herz unseres Vereins sind, ohne die das Frühstück nicht stattfinden kann“, bedankt sich Vereinssprecherin Renner.

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