Kinderbetreuung

Kita-Warnstreiks erreichen den Landkreis Hildesheim: Am Freitag fällt vielerorts Betreuung aus

Kreis Hildesheim - Die Gewerkschaft Verdi ruft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kommunalen Kindertagesstätten in Stadt und Kreis Hildesheim für Freitag zum Warnstreik auf. Was die Arbeitnehmerseite fordert – und was die Arbeitgeber dazu sagen.

Kita-Warnstreik in Hildesheim vor drei Jahren: Auch diesmal greift die Gewerkschaft Verdi zu diesem Instrument. Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Seit Tagen kommt es in Niedersachsen immer wieder zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst, unter anderem in kommunalen Kitas – nun erreicht die Streikwelle auch die Region Hildesheim. Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag, 7. März, die Beschäftigten aller kommunalen Kindertagesstätten in Hildesheim sowie in den Städten und Gemeinden des Landkreises zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Das gilt auch für alle Beschäftigten in der Sozialarbeit. Nicht betroffen sind Kitas anderer, zum Beispiel kirchlicher, Träger.

Mindestens 350 Euro mehr?

„Das Besondere ist, dass es sich größtenteils um Frauenberufe handelt“, sagt Gewerkschaftssekretärin Nejla Salakovic. „Einen Tag vor dem Internationalen Frauentag ist das ein geeigneter Anlass, um auf die Bedingungen in Berufen mit hohem Frauenanteil sowie in Sorgeberufen hinzuweisen.“ Der Aufruf richtet sich ausrücklich nicht nur an Tarifbeschäftigte, sondern auch an Auszubildende, Studierende sowie Praktikantinnen und Praktikanten.

Die Gewerkschaft Verdi fordert in der laufenden Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst acht Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 350 Euro im Monat zusätzlich (bei Vollzeitstellen). Auszubildende, Studierende und Praktikantinnen sollen demnach 200 Euro mehr bekommen – und eine Garantie für eine Übernahme auf Vollzeitstellen nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung.

Hinwies auf Personalmangel

Ebenfalls im Forderungskatalog stehen drei zusätzliche freie Tage, für Gewerkschafts-Mitglieder sogar vier. Die Laufzeit dieses Tarifvertrages soll nach den Vorstellungen der Gewerkschaft ein Jahr betragen. Der Arbeitgeberseite wirft Verdi vor, nach zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt zu haben.

„In den Kitas und in der Sozialarbeit fehlt es überall an Personal, viele Stellen sind nicht besetzt“, argumentiert die stellvertretende Landesfachbereichsleiterin von Verdi, Stefanie Weiss. „Nur mit besseren Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Bezahlung lassen sich Menschen für diese so wichtigen Berufe finden und halten.“

Kritik von Bosse-Arbogast

Neben dem Landkreis Hildesheim soll es auch in der Stadt Hannover und in vielen weiteren Städten und Landkreisen in Niedersachsen Warnstreiks gegeben. Verdi ruft die Betroffenen zur Teilnahme an einer zentralen Veranstaltung in Hannover auf. Dort ist auch eine Kundgebung geplant.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) kritisiert das Vorgehen der Gewerkschaft. „Es ist für mich unverständlich, dass Verdi bereits die dritte Woche in Folge zu flächendeckenden Warnstreiks in Niedersachsen aufruft“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, der Hildesheimer Michael Bosse-Arbogast, kürzlich. Schließlich hätten beide Seiten von Beginn an drei Verhandlungsrunden geplant, das dritte Treffen stehe am 14. März auf dem Programm. „Eine solche Eskalation ist unverhältnismäßig“, moniert Bosse-Arbogast. Das gelte in Zeiten knapper öffentlicher Kassen im Übrigen auch für die Forderungen der Gewerkschaft.

Kommt Notbetreuung?

Die konkreten Auswirkungen auf einzelne kommunale Kitas in Hildesheim und andren Kommunen sind noch unklar. Erfahrungsgemäß schließen einige Einrichtungen ganz, in einigen fallen nur einzelne Gruppen aus. Die Kommunen stellen aber in aller Regel eine Notbetreuung bereit.

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