Hildesheim - Die Kitas in Hildesheim öffnen vom kommenden Montag, 8. März, wieder. Die bundesweite Option zur Öffnung war sicherlich eine der Nachrichten, die nach dem jüngsten Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Lage viele Eltern auch in Hildesheim aufatmen ließ. Doch was ist genau geregelt? Die Stadt gibt Auskunft.
Das Land Niedersachsen hat nun festgelegt, dass die Kitas vom Notbetreuungs-Szenario C nun wieder einen Schritt weiter in Richtung Regelbetrieb gehen dürfen – das sogenannte Szenario B. Das heißt, es gelten für die Betreuung weiter Einschränkungen, nun aber bei laufendem Betrieb.
Also die Regeln, die es in den Kitas schon einmal gegeben hat. Trotzdem sind deren Leitungen und viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen derzeit äußerst angespannt, sagt Hildesheims Sozialdezernent Malte Spitzer, dessen Telefon heißklingelt: „Wir erfahren donnerstagabends, dass wir wieder aufmachen sollen und haben einen Arbeitstag Zeit, alles wieder umzusteuern.“ Ein bisschen mehr Vorlauf – wie bei den Schulen –hätte er sich schon erhofft. „Wenn jemand flexibel ist, dann sind das die Teams in den Kitas“, stellt sich Spitzer vor seine Leute.
Doch man stellt nicht einfach nur einen Hebel um. In der Notbetreuung sind die Gruppen derzeit durchmischt, alle Markierungen, Schilder und Teamabsprachen müssen angebracht, aufgestellt und getätigt werden. Und das quasi im laufenden Betrieb, zählt Spitzer auf: „Ich habe volles Verständnis für die Öffnung, aber bitte, das muss auch praxisgerecht passieren.“ Und ganz nebenbei muss noch am Freitag geregelt werden, dass am Montag wieder der Catering-Service läuft: „Dabei wissen wir noch nicht mal, wie viele Eltern ihre Kinder schicken werden.“ Erzieherinnen und Erzieher arbeiten seit der Corona-Pandemie unter erschwerten und riskanten Bedingungen, nun wird einfach erwartet, dass sie sich im Handumdrehen neu aufstellen – selbst wenn es schon Konzept gibt, sagt Spitzer.
Und die sehen ab Montag eben auch vor, dass die Kinder aus den Notbetreuungen plötzlich wieder in ihren „alten“ Gruppen spielen werden. Es geht außerdem darum, die Gruppen in den jeweiligen Einrichtungen streng zu trennen. „Gruppenscharfe Betreuung“ heißt das im Verwaltungsdeutsch, mit dem die Stadtverwaltung derzeit die Eltern informiert, die das Thema betrifft. Die Trennung bezieht sich dabei nicht nur auf die jeweiligen betreuten Kindergruppen, sondern auch auf die Erzieher und Erzieherinnen.
Was beides gerade in Kitas schwierig sein dürfte, naturgemäß gerade bei Kindern. Um das zu erreichen, werden die Gänge der Kinder zu den Sanitärbereichen – wie bereits in der ersten gelockerten Lockdownphase – nur in Begleitung Erwachsener möglich.
Räume, die alle nutzen, also Mensen, Bewegungshallen, Flure, Forscherzimmer und natürlich das Außengelände, dürfen ebenfalls nur von den jeweiligen Gruppen getrennt genutzt werden. Und auch die Wege für die Eltern müssen gekennzeichnet werden, also wo zum Beispiel die Kinder abgegeben und wieder abgeholt werden können.
Da jede Kita eigene bauliche Voraussetzungen und Gruppen hat, werden diese die Regeln jeweils an ihre Gegebenheiten anpassen. Doch Erfahrungen damit haben die Einrichtungen bereits vergangenes Jahr gesammelt und ihre jeweiligen Konzepte dafür auch erstellt.
Die Stadt weist aber auch vorsorglich darauf hin, dass es in einzelnen Kitas auch zu weitergehenden Einschränkungen kommen kann, wenn bestimmte Angebote durch die strengen Regeln nicht möglich sind. Die Richtlinie dafür lautet: Die Kitas sollen ein Maximum an Betreuung bieten, oberste Priorität bleibt aber die Einhaltung des Hygieneplans.
Parallel dazu läuft die Teststrategie der Stadt weiter, mit der die Mitarbeiter der Kitas zwei Mal pro Woche auf Corona getestet werden. Das gilt mittlerweile auch für die Tagespflegepersonen in der Stadt.
