Ausbau-Pläne

Klare Ansage: Stadt will Marienburger Platz stärken

Hildesheim - Kommt das Wasserkamp-Baugebiet, dann wohl ohne Supermarkt. Die Stadt will lieber den Marienburger Platz aufwerten – und hat noch etwas anderes im Sinn.

Die Ladenzeile am Marienburger Platz: Für die Stadt hat deren Um- und Ausbau Priorität. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Sollte der Wasserkamp tatsächlich bebaut werden, dann vermutlich ohne neuen Supermarkt. Für Nicole Reuß ist diese Nachricht sozusagen ein Trostpflaster: Denn die SPD-Ortsbürgermeisterin für den Bereich Marienburger Höhe/Galgenberg ist entschieden gegen die Wasserkamp-Pläne der Stadt, ahnt aber, dass es im Rat eine Mehrheit dafür geben könnte. „Wenn schon gebaut wird, dann wenigstens ohne Einkaufszentrum.“

Ortsbürgermeisterin freut sich

Die Leiterin des Stadtplanungsamts, Sandra Brouër, hatte am vergangenen Mittwoch erklärt, dass die Verwaltung sehr zurückhaltend mit der Idee einer Supermarktansiedlung umgehe – man wolle lieber den Marienburger Platz stärken, anstatt ein neues Einkaufszentrum zu schaffen. „Das freut mich“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Nicht nur für Reuß war das in dieser Klarheit neu. Brouër wiederum zeigt sich „überrascht“ darüber, dass ihre Mitteilung überrascht haben könnte. Die Stadt habe den Vorschlag für einen neuen Supermarkt am Wasserkamp schließlich immer „mit einem Fragezeichen versehen“. Das aber offensichtlich nicht so deutlich, dass es von allen wahrgenommen werden konnte. Auch Stadtbaudezernentin Andrea Döring hatte beim HAZ Forum zum Wasserkamp am 22. Oktober den möglichen Supermarktbau nicht relativiert, als es in der Debatte um die mögliche Verkehrszunahme durch solch eine Ansiedlung ging.

Stadt will „sensibel“ vorgehen

Genau die dient aber als ein Argument gegen ein neues Einkaufscenter, wie Brouër gegenüber der HAZ mitteilt: „Die Verkehrsabschätzung hat deutlich gemacht, wie sensibel mit einer Ansiedlung umzugehen ist, wenn bereits Verkehrsbelastungen vorhanden sind.“ Derzeit sind auf der Marienburger Straße täglich 20 000 bis 25 000 Fahrzeuge unterwegs, laut Gutachten würden durch einen weiteren Supermarkt am Wasserkamp bis zu 2 500 hinzu kommen.

Schutz für bestehenden Markt

Noch wichtiger als die Verkehrsdichte ist für den wahrscheinlicher werdenden Verzicht auf den Supermarkt aus Stadtsicht aber, dass es nicht zu einer Überversorgung und somit zu einem ruinösen Wettbewerb kommt. Brouër sagt: „Die Ansiedlung von Einzelhandel am Wasserkamp muss verträglich gegenüber diesen Vorhaben und den weiteren bestehenden Einzelhändlern in der Umgebung sein.“ Vor allem die Lage am Marienburger Platz hat das Rathaus dabei im Blick. Dort haben, wie berichtet, Investoren das Areal gekauft und wollen die bestehende Ladenzeile abreißen, um sie komplett neu zu gestalten – inklusive eines Supermarkts, der mehr Fläche hat als der jetzige Edeka-Markt. Die Verwaltung sei mit den Investoren „in guten Gesprächen“ erklärt die Stadtplanerin, die bekräftigt, dass der Marienburger Platz samt des dort ansässigen Einzelhandels „Priorität und besonderen Schutz“ genieße. Brouër ist zuversichtlich, dass das Bauleitverfahren für das Areal im kommenden Jahr startet.

Hit-Umzug im Gespräch

Ein Projekt, dass man im Rathaus noch nicht abgehakt hat, ist die schon lange diskutierte Umsiedlung des Hit-Markts in Ochtersum. „Auch mit Hit sind wir im Gespräch“, bestätigt Brouër, „die Verlagerung ist nach wie vor Ziel.“ Um diese Pläne nicht zu torpedieren, tritt die Verwaltung beim Thema Wasserkamp auf die Bremse: Man wolle laufenden Prozessen nicht mit einer Festlegung für einen neuen Markt vorgreifen.

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