Erneute Anfrage an Baudezernentin

Konflikt um Halteverbot vor Praxis: Hildesheimer Arzt lässt nicht locker

Hildesheim - Der Hildesheimer Arzt Andreas Klein hat im Stadtentwicklungsausschuss erneut dafür geworben, dass die Stadt das Halten wieder vor seiner Praxis in der Dammstraße erlaubt – so reagierte Baudezernentin Andrea Döring.

An dieser Stelle in der Dammstraße in Hildesheim ist das Halten eigentlich verboten – auf den Kurzzeitparkplätzen am rechten Straßenrand etwa 50 Meter stadteinwärts ist es dagegen erlaubt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Andreas Klein lässt nicht locker: Der Mediziner hat Baudezernentin Andrea Döring am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss (Steba) gefragt, wann die Verwaltung in der Dammstraße Tempo 30 einführt – so wie es der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt jüngst gefordert hat. Klein macht sich für die Regelung stark, weil die Stadt dann nach seiner Ansicht wieder das Halten vor seiner Praxis in der Dammstraße erlauben müsste. Döring verwies auf ihre frühere Ankündigung, sich erst in der Juni-Sitzung des Stebas erneut zu dem Thema zu äußern.

Der Konflikt zwischen Stadt und Arzt läuft bereits seit dem Herbst. Damals hatte die Verwaltung aus dem eingeschränkten Halteverbot vor Kleins Praxis ein absolutes gemacht. Denn dort verläuft ein Schutzstreifen für Radfahrer und darauf ist das Halten nach einer Gesetzesänderung nicht mehr gestattet – auch nicht nur kurz.

Arzt findet Weg für gehbehinderte Patienten nicht zumutbar

Das Verbot zwinge seine gehbehinderten Patienten zu längeren Fußwegen, kritisiert Klein. Dass die Stadt etwa 50 Meter stadteinwärts von seiner Praxis drei neue Kurzzeitparkplätze in der Dammstraße ausgewiesen hat, ändert nichts an seiner Einschätzung. Lange hatte Klein gefordert, der Schutzstreifen solle einfach später beginnen; die Stadt hatte dies aber stets mit dem Hinweis abgelehnt, das gefährde die Radfahrer.

Seit einiger Zeit verfolgt der Mediziner aber eine andere Strategie, um sein Ziel zu erreichen: Er macht sich für Tempo 30 stark. Dann entfalle der Schutzstreifen, Radfahrer müssten die Straße nutzen, Halten wäre wieder erlaubt, argumentiert Klein.

Der Ortsrat steht hinter dem Mediziner und dessen Forderung

Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt hat sich jüngst für diesen Kurs ausgesprochen; im Steba am Mittwoch erkundigte sich der Mediziner nun bei Döring, wann sie die Forderung der Ortsteilpolitiker umsetzen wolle. Außerdem monierte Klein, dass vor der Praxis Strafzettel verteilt würden.

Doch Döring ließ ihn ins Leere laufen: Sie habe im Februar angekündigt, bis zur Juni-Sitzung „alle Daten und Infos“ zu dem Thema zusammenzutragen und die Situation so lange zu beobachten –erst dann werde sie sich äußern. Unterstützung erhielt Klein einmal mehr vom CDU-Politiker Dirk Bettels: Der Ortsrat werde sich weiter für ihn und seine Patienten einsetzen, versicherte der Christdemokrat dem Arzt. Die jetzige Regelung funktioniere nicht – und er habe keinen Zweifel, „dass die Verwaltung bei selber Beobachtungskraft zu den gleichen Ergebnissen kommt“, erklärte Bettels.

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