Energiekrise

Kraftwerk Mehrum: Neue Details zum Neustart des Kohlemeilers

Mehrum - Ein Starttermin steht nun fest, die Bedingungen noch nicht ganz. Ein erster Testlauf verlief aber bereits erfolgreich.

Soll bald wieder öfter qualmen: das Kraftwerk Mehrum. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Mehrum - Ist das Kohlekraftwerk Mehrum etwa schon wieder in Betrieb gegangen? Diese Frage stellten sich aufmerksame Beobachter in den vergangenen Tagen, als zeitweise weithin sichtbar Qualm und Dampf aus den Schornsteinen der Anlage aufstiegen.

Doch das war nur ein kurzer Testlauf. Ergebnis: Das Kraftwerk am Mittelllandkanal funktioniert auch weiterhin so, wie es soll. Richtig loslegen soll der Meiler aber erst am 1. August, erklärte Geschäftsführer Armin Fieber jetzt auf HAZ-Anfrage. Zwar hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Mehrumer aufgefordert, umgehend „Betriebsbereitschaft herzustellen“, und seit wenigen Tagen gibt es auch die gesetzliche Grundlage für den regulären Weiterbetrieb. Doch die Annahme, Mehrum solle womöglich sofort wieder ans Netz gehen, erfüllte sich nicht.

Für Tennet oder für den Markt?

Starttermin ist stattdessen der 1. August. Das war allerdings ohnehin schon länger geplant. Weil der Übertragungsnetzbetreiber Tennet eine neue Schaltanlage einrichtet, sollte das Kraftwerk noch einmal für einige Wochen Strom produzieren, bezahlt von der Bundesnetzagentur. Nun ist noch nicht klar, ob es bei dieser ursprünglichen Konstruktion bleibt oder ob in Mehrum ab August wieder direkt für den Markt produziert wird, um Gaskraftwerke zu ersetzen – und Tennet einfach im Zuge dessen seine Arbeiten vornimmt.

Die vorrätige Kohle gehört jedenfalls dem Übertragungsnetz-Betreiber, der sie gezielt für die geplanten Schaltmaßnahmen eingekauft hatte. Längst bemüht sich das Kraftwerk selbst aber um Nachschub – was gar nicht so einfach ist, schließlich kam bisher der größte Teil des Brennstoffs aus Russland. Dieser Lieferant ist nun tabu.

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