Hildesheim - Seit fast drei Monaten können Radfahrer nun auf der Goslarschen Straße zwischen PvH-Kreuzung und Immengarten auf beiden Seiten eine eigene Spur nutzen. Doch noch gibt es Stellen, die zu Unsicherheiten führen. Eine davon wird in diesen Tagen beseitigt: die Radwegführung im Bereich von Immengarten und Roonstraße.
Dort zögern Radfahrer, vor allem, wenn sie aus Richtung Innenstadt kommen, und fragen sich, was sie tun müssen, wenn sie auf die Kreuzung geraten, wie die junge Frau, die einen Moment mit ihrem Rad auf der Straße stehenbleibt und sich ratlos umschaut.
Ampeln sollen helfen
Dann wählt sie die sicherste Lösung und steuert den nächsten Bürgersteig an. Doch in wenigen Tagen sollen solche Situationen der Vergangenheit angehören – dann erleichtern Ampeln das Queren und Passieren – so zumindest die Hoffnung der Stadtverwaltung.
Seit Montagfrüh übernimmt eine Behelfsampel die Verkehrsregelung, weil die Techniker die neuen Ampeln für Radfahrer an den Schaltkasten anschließen. Eine aufwändige Arbeit, die voraussichtlich bis Donnerstag dauern kann, sagt Bettina Beyer, die für die Planung bei der Stadt zuständig ist.
Induktionsschleifen auch für Radverkehr
Wir haben so die Möglichkeit, später nachzubessern und beispielsweise auch einen Vorrang für Radfahrer einzurichten
Die Radfahrer, die die Kreuzung passieren, bekommen nicht nur eigene „Signalgeber“, wie es im Verkehrstechnischdeutsch heißt, wenn Ampeln gemeint sind. Sie werden auch durch eigene Induktionsschleifen unter der Straßendecke als Verkehrsteilnehmer erkannt.
„Wir haben so die Möglichkeit, später nachzubessern und beispielsweise auch einen Vorrang für Radfahrer einzurichten“, sagt Beyer. Doch zunächst gehe es darum, die bislang unübersichtliche Lage an der Kreuzung auf der Höhe Immengarten zu beseitigen.
Sicheres Abbiegen in den Immengarten
Denn bislang standen Radler, die stadtauswärts unterwegs waren, hier vor einem Rätsel, wie es weitergeht, wenn sie beispielsweise nach links in Richtung Roonstraße abbiegen wollten. Das Linksabbiegen ist für alle an der Stelle nicht mehr möglich. Die Markierungen auf der Straße mit Radfahrsymbolen, Pfeilen und teilweise mit rot ausgemalten Flächen sollen samt der neuen Ampeltechnik nun Sicherheit geben.
„Indirektes Linksabbiegen“ heißt die Lösung der Verkehrsplaner: Radler werden auf den gegenüberliegenden Bürgersteig geführt und können dort – per Rad – die Straße kreuzen. Eine Lösung, die dann gewählt wird, wenn es ein hohes Verkehrsaufkommen gibt – wie an dieser Kreuzung.
Stadt: bislang kaum Kritik
Und noch eine Gefahrenstelle ist mittlerweile beseitigt: beim Rechtsabbiegen in den Immengarten. Autofahrer haben nun ihre eigene Rechtsabbiegerspur und kreuzen nun nicht mehr die Route der Radfahrer, die geradeaus weiter wollen. Aber eben nur bis zum Bürgersteig – denn die Trogstrecke selbst ist für Radfahrer weiterhin tabu.
Bei der Stadt selber habe es in den vergangenen Wochen kaum Rückmeldungen oder Kritik an der neuen Radwegführung auf der Goslarschen Straße gegeben, teilt Beyer mit. Nur zur sogenannten Rush Hour staue sich hier noch der Verkehr. Stadtpressesprecher Helge Miethe geht zudem davon aus, dass es nach einer Eingewöhnungsphase reibungslos laufen werde.
Es läuft hier alles störungsfrei
Auch seitens der Polizei gibt es keine Meldungen von Unfällen oder Verkehrsbehinderungen nachdem die neuen Radspuren eingerichtet worden sind: „Es läuft hier alles störungsfrei“, sagt Polizeisprecher Jan Makowski.



