Polizei legt Statistik vor

Kriminalität rund um Bad Salzdetfurth: Das waren 2025 die auffälligsten Entwicklungen

Bad Salzdetfurth - Das Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth hat seine Kriminalitätsstatistik für 2025 veröffentlicht. Sie zeigt gegenüber dem Vorjahr mehrere Tendenzen. Das Kommissariat ist nicht nur für Bad Salzdetfurth, sondern auch für Bockenem, Holle, Lamspringe, Schellerten und Söhlde zuständig.

Die Polizei hat die Ermittlungsverfahren für 2025 ausgewertet. Foto: Chris Gossmann/HAZ-Archiv

Bad Salzdetfurth - Die Polizei hat im Bereich des Kommissariates Bad Salzdetfurth im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg der Straftaten registriert: von 2056 Ermittlungsverfahren im Jahr 2024 auf 2135 im Jahr 2025. Die Aufklärungsquote liegt bei knapp 65 Prozent und damit im Mittel der vergangenen zehn Jahre. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Kriminalstatistik des Kommissariates hervor, das nicht für die Kurstadt und ihre zwölf Ortsteile zuständig ist, sondern auch für die Stadt Bockenem sowie die Gemeinden Lamspringe, Holle, Schellerten und Söhlde – und damit für etwa 52.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf einer Fläche von rund 445 Quadratkilometern. Die Bilanz für das vergangene Jahr zeigt vor allem folgende Entwicklungen:

Mehr Betrugsdelikte – vor allem im Internet

Den stärksten Anstieg gab es mit 18 Prozent im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte, wie die Kategorie offiziell heißt. Sie umfasst vor allem Betrugsstraftaten. In dem Bereich stieg die Zahl der Fälle gegenüber dem Vorjahr von 365 auf 430. Die Polizei stellt eine „zunehmende Verlagerung in die Internetkriminalität“ fest. Oft gehe es um Online-Käufe, die dann nicht geliefert oder nicht bezahlt werden. In vielen Fällen werden auch Daten der Betroffenen missbraucht. Opfer sind oft ältere Menschen, bekannte Betrugsmaschen sind der Enkeltrick, das Auftreten von falschen Polizeibeamten oder Bankmitarbeitern, Gewinnversprechen oder Schockanrufe.

Weniger Einbrüche – oft blieb es beim Versuch

Die Zahl der Einbrüche ist gegenüber dem Vorjahr von 211 auf 196 gesunken. Private Häuser oder Wohnungen waren in 33 Fällen betroffen – bei 20 Taten blieb es beim Versuch, das heißt, der Täter oder die Täterin gelangte nicht ins jeweilige Objekt. Im gesamten Bereich der Eigentumskriminalität gab es einen geringen Anstieg der Fallzahlen von 489 auf 498. In dieser Tatkategorie liegt die Aufklärungsquote mit 26,7 Prozent relativ niedrig. Ein Grund: Einbrüche werden oft von durchreisenden Banden verübt, die schwer zu ermitteln sind.

Anstieg bei Raubstraftaten: Mehrere Serien

Auffällig ist beim Blick auf 2025 ein Anstieg der Raubstraftaten von sechs auf 20 Fälle. „Zum Jahresbeginn kam es zu mehreren Serien von Überfällen, unter anderem mit Messer oder Schusswaffe, auf örtliche Tankstellen und Supermärkte“, berichtet Markus Rasche, der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. „Drei Überfälle in Bad Salzdetfurth konnten einem Täter nachgewiesen werden, der auch inhaftiert wurde.“

Häusliche Gewalt seltener angezeigt

Im Gesamtbereich der sogenannten Rohheitsdelikte, zu denen neben dem Raub auch Körperverletzungen oder Straftaten gegen die persönliche Freiheit gehören, ist die Zahl der Fälle von 443 auf 409 Verfahren zurückgegangen. Mit 241 Fällen haben Körperverletzungen den größten Anteil, bei zehn Taten war jeweils ein Messer im Spiel. Seltener wurden Fälle von häuslicher Gewalt angezeigt: Die Zahl ging um 21,3 Prozent auf 155 Taten zurück. Die Polizei appelliert an alle Betroffenen, solche Vorfälle auf jeden Fall anzuzeigen. Sie weist darauf hin, dass die Polizei in akuten Situationen auch Hilfe durch andere Einrichtungen vermitteln kann.

„Stabiles Sicherheitsniveau“

Rasche spricht in seinem Fazit von einem „stabilen Sicherheitsniveau“. Das werde auch durch eine flächendeckende Polizeipräsenz rund um die Uhr erreicht. Das Bad Salzdetfurther Kommissariat wird dezentral durch Polizeistationen in Bockenem, Lamspringe, Holle, Schellerten und Söhlde ergänzt.

  • Region
  • Bad Salzdetfurth