Lamspringe - Im Spätsommer soll es losgehen. Das ist jedenfalls der Wunsch von Carolin Reulecke. Dann sollen die Bauarbeiten für das Reittherapiezentrum der Lammetal GmbH in Lamspringe beginnen. Und nicht nur das. Zeitgleich soll ein weiteres Bauprojekt auf dem Gelände starten: ein Kindergarten mit Integrativ- und heilpädagogischen Gruppen sowie einem angegliederten Zentrum für ambulante Früh- und Autismusförderung.
Planungen laufen Hochtouren
Die Lebenshilfe Alfeld, die einer der Gesellschafter der Lammetal GmbH ist, will dieses ehrgeizige Vorhaben umsetzen. An der Spitze der beiden Unternehmen steht Carolin Reulecke als Geschäftsführerin. Bei ihr landete auch die Anfrage der Gemeinde Lamspringe, ob sie sich nicht vorstellen könnte, einen Integrativen Kindergarten in der Gemeinde anzubieten. „Der Bedarf ist groß“, weiß Reulecke. Doch die Lammetal GmbH sei der falsche Partner – im Gegensatz zur Lebenshilfe Alfeld. Sie will nun in Nachbarschaft des Reittherapiezentrums den Kindergarten bauen und betreiben. „Die Planungen laufen auf Hochtouren“, sagt die Geschäftsführerin. Sie ist ganz begeistert davon, in Lamspringe ein neues Kindergartenmodell auf die Beine zu stellen.
Das Gelände für das Großprojekt steht bereits zur Verfügung: fünf Hektar von der Klosterkammer. Nach Vorstellung von Reulecke und ihren Mitstreitern soll der neue Kindergarten auf alle Fälle zwei Integrativgruppen und möglichst auch zwei heilpädagogische Gruppen (jeweils mit Ganztagsangebot) umfassen. Gebaut werden soll so, dass in dem Gebäude zukünftig flexibel auf den Bedarf an Betreuungsplätzen reagiert werden kann.
Umgang mit Tieren lernen
Ein Schwerpunkt in der Arbeit der neuen Tageseinrichtung soll der Umgang mit Tieren sein. Zum einen soll es tiergestützte Fördermaßnahmen für die behinderten Kinder geben. Grundsätzlich sollen aber alle Mädchen und Jungen mit den Tieren in Kontakt kommen und den Umgang und die Verantwortung lernen. „Die Lebenshilfe Alfeld hat tolle Mitarbeiter, die in diesem Fachbereich gut aufgestellt sind“, weiß Reulecke. Und in Zusammenarbeit mit dem Reittherapiezentrum sei das auch umsetzbar. „Wenn mit Tieren gearbeitet wird, muss Personal an 365 Tagen im Jahr da sein“, gibt die Geschäftsführerin zu bedenken. Ein Kindergarten arbeite aber nur von montags bis freitags. Da fingen die Probleme an. Das Reittherapiezentrum hingegen müsse seine Pferde ohnehin täglich versorgen.
Das Konzept hat Reulecke inzwischen in verschiedenen politischen Gremien und beim Kultusministerium vorgestellt. „Von allen Seiten gibt es viel Zustimmung“, freut sich die Geschäftsführerin.
Stützpunkt für Frühförderung
Ein besonderes Anliegen ist ihr, die Einrichtung um einen Stützpunkt für Frühförderung und Angebote für autistische Kinder zu ergänzen. „Deren Familien nehmen derzeit teils lange Anfahrtswege in Kauf, um die bestehenden Möglichkeiten in Alfeld zu nutzen“, schildert Reulecke die Situation.
Wenn alles gut geht, rücken also im Spätsommer die Baumaschinen auf dem Gelände an. Doch tatsächlich hat die Gemeinde Lamspringe bereits dann schon großen Bedarf an neuen Kindergartenplätzen. „Wir sind gerade dabei, eine Übergangslösung vorzubereiten“, kündigt Reulecke an. Wie die aussieht, kann sie noch nicht sagen. Es würde aber bedeuten, dass die Kinder bereits im Sommer aufgenommen und betreut würden und damit auch einen festen Platz in dem neuen Kindergärten hätten, wenn der an den Start geht.
