Hannover - Die Landesregierung will die Impfquote in Niedersachsen schneller erhöhen. Dazu drängt sie die zuständigen Kreise und Kommunen, künftig durchgängig an sieben Tagen in der Woche zu impfen. Bisher wird an Sonntagen teils kaum und punktuell sogar gar nicht geimpft. Das haben Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabes, und Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstagmittag vor Journalisten deutlich gemacht. Auf Nachfrage erklärte Pörksen dazu: „Da geht noch was. Im Moment ist das ein Problem.“
Zum Vergleich wurde auf Hamburg verwiesen, wo das durchgängige Impfen an sieben Tagen Routine ist. In Niedersachsen könne jedoch die Landesregierung dieses nicht einfach anordnen, da Landkreise und kreisfreie Städte für die Organisation der Impfzentren und deren Personalausstattung zuständig seien. Es sei allerdings nicht so, dass wegen eines Impfruhetages am Sonntag ungenutzter Impfstoff herumliege, stellte Claudia Schröder fest. Dennoch wolle die Landesregierung auf die Verantwortlichen einwirken.
Coronavirus im Kreis Hildesheim: Alle Informationen auf einen Blick
Außerdem kündigte Schröder an, dass in Niedersachsen schon bald in Praxen von Haus- und Fachärzten geimpft werden soll. Ein entsprechender Testlauf in fünf Praxen, zwei davon in der Region Hannover, solle bereits am Donnerstag erstmals ausgewertet werden. Diese Praxen sollen nach Schröders Worten besonders bei der Impfung von Menschen in der Prioritätsgruppe 2 mit Vorerkrankungen eine Rolle spielen. Für diese Personengruppe solle eine eigene Onlinewarteliste auf dem Impfportal des Landes freigeschaltet werden.
Von Marco Seng und Volker Wiedersheim
