Schutz vor Corona

Gefahr in Schulbussen: Land will mehr Geld für Schülerbeförderung ausgeben

Hannover - Busse und Bahnen sind oft voll - gerade auch, wenn Kinder und Jugendliche zur Schule müssen. Corona-Abstandsregeln sind dann nicht immer einzuhalten. Das Land will nun 30 Millionen Euro geben, um die Lage zu entspannen.

Das Land Niedersachsen will mit einem erweiterten Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs das Corona-Ansteckungsrisiko auf dem Schulweg verringern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover - Das Land Niedersachsen will mit einem erweiterten Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs das Corona-Ansteckungsrisiko auf dem Schulweg verringern. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will den Kommunen dafür insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen, wie der NDR am Donnerstag berichtete. Einen entsprechenden Antrag müssten die Regierungsfraktionen nun in den Landtag einbringen, sagte ein Ministeriumssprecher dazu. Derzeit stehen in vielen Regionen Schülerinnen und Schüler dicht gedrängt in Bussen, Stadtbahnen und Zügen, um zur Schule zu kommen.

Das Geld soll nach Ministeriumsangaben aus einer neuen coronabedingten „Sonderfinanzhilfe“ im Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz kommen. Die für die Schülerbeförderung zuständigen Landkreise und Städte sollen mehr Fahrzeuge zu den Hauptverkehrszeiten einsetzen und zusätzliche Infektionsschutz-Maßnahmen umsetzen können.

Was das für den Schülertransport in Hildesheim bedeutet, ist derzeit noch ungewiss. Eine Sprecherin des Stadtverkehrs Hildesheim (Svhi) teilte auf HAZ-Nachfrage mit, dass das Unternehmen sich erst Gedanken um den Entwurf von Althusmann machen werde, wenn dieser genehmigt wurde. „Wenn dieser positiv bewertet werden sollte, werden wir mit der Stadt sowie dem Landkreis Gespräche suchen.“

Reisebusse zur Unterstützung?

Gefördert werden soll rückwirkend der Zeitraum vom Ende der diesjährigen Herbstferien am 26. Oktober 2020 bis zum 31. Dezember 2021. Denkbar sei die Anmietung von Reisebussen, der Kauf zusätzlicher Fahrzeuge, zusätzliche Fahrten, Taktverdichtungen im Fahrplan und besondere Infektionsschutzmaßnahmen wie etwa verbesserte Lüftungsanlagen.


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Auch Kontrollen der Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr werden demnach finanziert. Ausgezahlt werden soll das Geld im Nachgang durch die Landesnahverkehrsgesellschaft. Dadurch würden nur die Kommunen Geld erhalten, die tatsächlich mehr Platzkapazitäten schaffen oder besondere Hygienemaßnahmen ergreifen, hieß es.

Busse und Fahrpersonal fehlen

Aus Sicht des Gesamtverbandes des Verkehrsgewerbes Niedersachsen (GVN) kann die Bereitstellung zusätzlicher Busse nur ein Baustein für die Entzerrung des Schülerverkehrs sein. „Notwendig wäre auch, dass das Land klare Regeln zu gestaffelten Schulanfangszeiten gibt“, sagte der Geschäftsführer der GVN-Fachvereinigung Omnibus und Technik, Michael Kaiser. „Das müsste am besten in der Corona-Verordnung des Landes geregelt sein, damit nicht jede Kommune oder jede Schule es unterschiedlich handhabt.“

Nach Kaisers Einschätzung ließen sich mit dem 30-Millionen-Euro-Paket landesweit rund 350 zusätzliche Busse bereitstellen. Eingesetzt würden wohl viele Reisebusse, die derzeit wegen der Corona-Beschränkungen nicht in Betrieb seien. „Die muss man wieder auf die Straße bringen, und die Fahrer aus der Kurzarbeit – aber das geht alles.“ Althusmann sagte, er setze auf kreative Lösungen in den Kreisen und Kommunen, wozu auch Schulzeit-Staffellungen gehörten. Volle Busse und Bahnen zu Stoßzeiten ließen sich nicht immer vermeiden, da vielerorts Busse und Fahrpersonal fehlten.

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