Betrugsmasche

Landgericht und Polizei Hildesheim warnen vor falschen Gerichtsvollziehern: Betrüger wollen Geld eintreiben

Hildesheim - Als falsche Polizisten sind Betrüger immer wieder unterwegs, um ihre Opfer um Wertgegenstände und Geld zu bringen – jetzt gibt es eine neue Masche. Woran man echte Gerichtsvollzieher erkennt.

Das Landgericht Hildesheim warnt vor Betrügern, die als falsche Gerichtsvollzieher unterwegs sind. Foto: Jan Fuhrhop

Hildesheim - Das Landgericht und die Polizei Hildesheim warnen vor Betrügern, die sich als Gerichtsvollzieher ausgeben. Mit der Masche sind Täter zuvor schon in anderen Gegenden Niedersachsens aufgefallen, jetzt sind auch Fälle aus dem Hildesheimer Gerichtsbezirk gemeldet worden – die Polizei berichtet von betrügerischen Anrufen bei Bürgern im Hildesheimer Zentrum sowie in den Ortsteilen Ochtersum, Itzum und der Oststadt.

Betrüger wirken seriös und eloquent

Nach Angaben der Opfer wirken die Betrüger seriös und nutzen teils sogar die Namen echter Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher, unter anderem unter Angabe einer korrekten Telefonnummer des Amtsgerichts Hildesheim. Die Verdächtigen machen dabei zum Beispiel über WhatsApp-Nachrichten dubiose Angebote von „Abwendungszahlungen“: Mit Zahlung einer kleineren Geldsumme könnten die Opfer eine Vollstreckung abwenden. Es ist auch zu Anrufen gekommen, die Täter sollen dabei am Telefon meist eloquent und seriös wirken. Der Hildesheimer Gerichtssprecher Johannes Butz weist ausdrücklich darauf hin, dass echte Gerichtsvollzieher Schuldner niemals telefonisch oder gar per WhatsApp zur Zahlung auffordern und sie kündigen Vollstreckungsmaßnahmen auch nicht telefonisch an.

Zahlungen laufen nie über Dritte

Zudem verwenden echte Gerichtsvollzieher nie unterdrückte Telefonnummern. Zahlungen gehen immer an die Gerichtsvollzieher, die sie an die Gläubiger weiterleiten. Überweisungen an Dritte, insbesondere über die Western Union Bank, werden von echten Gerichtsvollziehern niemals gefordert.

Wie die Polizei am Sonnabend in einer Pressemeldung berichtete, behaupten die Täter, dass eine offene Geldforderung gegenüber dem Amtsgericht bestehe. Sollte diese Forderung nicht beglichen werden, drohe die Sperrung des persönlichen Girokontos. Die Täter agierten äußerst skrupellos und versuchten gezielt, ihre Opfer durch psychischen Druck zur Herausgabe sensibler Informationen oder zu Zahlungen zu bewegen, warnen die Ermittler. Sie raten dringend, entsprechende Telefonate sofort zu beenden. Bürger sollten am Telefon grundsätzlich keine persönlichen Daten wie Namen, Geburtsdatum, Bankverbindungen oder Angaben zu Vermögensverhältnissen an unbekannte Personen weitergeben. Wer solche Anrufe erhalte, sollte bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle oder über die Onlinewache Anzeige erstatten.

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