Von der großen TV-Bühne an die Basis

„Let’s Dance“-Sieger Malika Dzumaev und Zsolt Sandor Cseke begeistern Tänzerinnen und Tänzer in Hildesheim

Hildesheim - Von der großen Fernsehbühne an die Basis: Das Profi-Paar Malika Dzumaev und Zsolt Sandor Cseke begeistert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Workshop des Hildesheimer Tanzsportclubs. (mit Video)

Hildesheim - Für das Gespräch mit der HAZ haben sich Malika Dzumaev (32) und Zsolt Sandor Cseke (36) einen passenden Hintergrund ausgesucht. „Man muss das Leben tanzen“, steht hinter ihnen auf der Wand im Saal des Hildesheimer Tanzsport Clubs (HTC). Genau das tun sie. Mehr noch: „Wir leben für das Tanzen“, erklären Dzumaev und Cseke.

Sogar dem „völlig talentfreien“ Mickie Krause brachte sie das Tanzen bei

In der RTL-Show „Let’s Dance“ stehen die beiden Profis, die auch privat ein Paar sind, im Rampenlicht. Millionen Menschen schauen zu, wenn die Show im Fernsehen läuft. Das Besondere dabei: Prominente Persönlichkeiten bilden mit Profitänzern jeweils ein Paar und wetteifern um den Sieg. Unter anderem waren schon Giovane Elber, Sophia Thomalla, Brigitte Nielsen, Maite Kelly und Pascal Hens mit von der Partie. Und Mickie Krause, nach eigener Aussage „tänzerisch völlig talentfrei“. Aber der Ballermann-Sänger bekam Malika Dzumaev als Tanzpartnerin an die Seite – und die machte aus Krause einen sehr passablen Tänzer.

Seit 2021 tanzt Malika Dzumaev bei „Let’s Dance“. Cseke kam ein Jahr später dazu. Sie sind sich einig: „Es ist immer wieder ein Riesenerlebnis, vor den Zuschauern und der Jury aufzutreten. Das ist Adrenalin pur. Während des Tanzens vergisst man, dass da draußen so viele Menschen am Fernseher zuschauen.“ Cseke: „Wenn ich den ersten Schritt gemacht habe, dann ist alle Aufregung weg, dann bin ich im Tunnel.“

Wir sind sehr froh, ein so prominentes und sympathisches Profi-Tanzpaar bei uns zu haben

Kordula Roehl, HTC-Pressewartin

Aber heute tritt das Paar nicht auf der großen TV-Bühne auf. Sie sind zu Gast in Hildesheim und leiten einen Lateintanz-Workshop beim HTC in der Steuerwalder Straße. „Wir sind sehr froh, ein so prominentes und sympathisches Profi-Tanzpaar bei uns zu haben“, sagt HTC-Pressewartin Kordula Roehl. „Damit bieten wir unseren Mitgliedern etwas ganz Besonderes.“

Möglich gemacht haben es Michelle Cassiens und Alexander Kopka. Die Jugendtrainer des HTC kennen Dzumaev und Cseke sehr gut. Denn sie tanzen gemeinsam in der 1. Bundesliga für Grün-Gold Bremen. So wurde der Besuch des prominenten Paares eingefädelt. Richtig berühmt wurden Dzumaev und Cseke, als sie im vergangenen Jahr den reinen Profi-Wettbewerb bei Let’s Dance gewannen.

Das Super-Ding bei „Let’s Dance“

Berühmt? „Naja“, bemerkt Dzumaev. „Das war natürlich ein Super-Ding, aber wir sind Zsolt und Malika, zwei ganz normale Menschen. Deshalb kommen wir gern zu den Workshops, um Hobbytänzern und ambitionierten Tänzerinnen und Tänzern ein paar Tipps zu geben und gemeinsam Spaß zu haben.“

Berühmt? Na ja, wir sind Malika und Zsolt, zwei ganz normale Menschen

Malika Dzumaev

Dabei erinnert sich Dzumaev auch an ihre eigene Kinder- und Jugendzeit. 2002 kam sie mit ihrer Spätaussiedler-Familie aus der russischen Oblast Saratow nach Deutschland. Ihre ersten Tanzschritte hatte sie in Russland gemacht. In Deutschland begann sie 2003 mit dem Turniertanz, startete durch und feierte zahlreiche Erfolge. Seit 2015 tanzt sie mit Zsolt Sandor Cseke, der ebenfalls aus Osteuropa kam. Er wurde 1988 in Salonta (Rumänien) geboren.

„Es war nicht immer einfach“, erklärt er, ohne ins Detail zu gehen. „Aber wenn man für etwas brennt und es mit großer Leidenschaft betreibt, dann hat man auch Erfolg.“ Er brennt für den Tanzsport. „Etwas Talent braucht man sicherlich“, sagt Cseke. „Aber um nach oben zu kommen, muss man vor allem fleißig trainieren.“

Mehrere Gruppen mit jeweils rund 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind beim Lateintanz-Workshop dabei. Csekes Kommandos kommen klar und deutlich. Doch bevor getanzt wird, wird zunächst eine kleine Bodenübung absolviert. „Alle hinlegen!“, fordert Cseke die Gruppe auf. „Kopf lang, Schulter auf den Boden, Fußspitzen gerade.“ Es geht um die Körperhaltung, die beim Tanzen so wichtig ist.

Bodenübung und Schulterführung

Dann wird der Cha Cha Cha geübt. „Tanzt die Schritte sauber aus und achtet auf die Schulterführung“, ruft er. Die Tänzerinnen und Tänzer sind voll konzentriert. Sophia Simion (13) bekommt sogar ein Sonderlob vom Profi: „Bravo, sehr gut!“, ruft Cseke nach einer eleganten Schrittkombination. Das Lob kommt nicht von ungefähr. „Sophia ist eines unserer größten Talente und hat große Fortschritte gemacht“, berichtet HTC-Sportwartin Anke Haasner „Sie ist gerade in die B-Klasse aufgestiegen.“ Sogar in der A-Klasse sind Magdalena Petrova (14) und Nicolas Thiele (16) angekommen. Danach kommt nur noch die S-Klasse. Sie sind sich einig: „Durch das Training mit Malika und Zsolt bekommen wir noch einmal neue Impulse. Es ist sehr intensiv.“

„Wir haben den Anspruch, unsere Tänzerinnen und Tänzer gut auszubilden und zu fördern“, sagen Roehl und Haasner. „Aber bei uns sind natürlich auch Menschen jeden Alters willkommen, die einfach nur Spaß haben wollen.“ Malika Dzumaev nickt: „Darum geht es beim Tanzen in erster Linie: um positive Energie und Lebensfreude.“ Ihr Lebensgefährte stimmt zu: „Es gibt so viele schlechte Dinge in der Welt, um so intensiver sollte man die guten Momente genießen.“

Man muss das Leben tanzen

Friedrich Nietzsche, Philosoph

„Man muss das Leben tanzen“ – dieser Satz stammt übrigens vom berühmten Philosophen Friedrich Nietzsche. Über der Tür zum Tanzsaal steht ein weiterer Satz: „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.“ Dzumaev und Cseke lächeln: „Wir sind sehr glücklich, dass wir unsere große Leidenschaft zum Beruf machen konnten.“


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