Dritte Auflage

Lichterfahrt in Hildesheim sorgt für leuchtende Kinderaugen

Hildesheim - 20 000 Hildesheimer haben am Sonntag die dritte Lichterfahrt verfolgt – vor allem Kinder waren begeistert. Der Zug dauerte über drei Stunden; manchen Zuschauern wurde die Wartezeit angesichts klirrender Kälte zu lang.

20 000 Hildesheimer haben am Sonntag die dritte Lichterfahrt verfolgt. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Rund 20 000 Menschen haben am Sonntagabend nach Angaben der Polizei trotz klirrender Kälte die dritte Hildesheimer Lichterfahrt verfolgt. Gerade die Zuschauer auf dem letzten Abschnitt der fast 24 Kilometer langen Strecke brauchten allerdings Geduld: Die Tour dauerte länger als die von Veranstalter Maik Kipry vorausgesagten drei Stunden. So rissen unter anderem Wartepausen am Bahnübergang in der Frankenstraße den Zug auseinander, zudem ging es am Helios-Krankenhaus und dem Ameos-Klinikum mit Rücksicht auf die Umgebung nur langsam voran – so hatten die Kinder, die gerade in den Einrichtungen behandelt werden, länger Zeit, um den Zug zu bestaunen.

Fahrerin berichtet von Gänsehautmomenten

„Bald müssen sie da sein!“, hoffen am Sonntagabend viele Mädchen und Jungen – zum Beispiel an der Ecke Hohnsen und Struckmannstraße. Um 18.30 Uhr ist es dann so weit: Mit lautem Gehupe rollen die etwa 120 weihnachtlich illuminierten Fahrzeuge vorbei. Mary aus Hildesheim wartet mit Kindern, Geschwistern und Eltern am Straßenrand. „Es ist atemberaubend. Die Lichter, die Fahrzeuge. So etwas hat in Hildesheim gefehlt“, freut sie sich. Manche Kinder haben eine Laterne in der Hand, einige tragen Laserschwerter. „Hoffentlich bekomme ich danach einen Kakao“, sagt ein Kind. Ein anderes erinnert sich: „Vor zwei Jahren mussten sie die Fahrt abbrechen, ich habe fast geheult.“

Diesmal aber kann Organisator Kipry – wie schon im vergangenen Jahr – die Tour durchziehen. Es ist die dritte: „Alle sind super drauf“, berichtet er, während er am Nachmittag auf dem Aufstellplatz in Bavenstedt die zahlreichen Ordner und Fahrer einweist. Zu denen gehört Nina aus Wuppertal. Sie und ihr Team sind mit einem kleinen Lastwagen dabei, den sie mit Zuckerstangen, einer Seifenblasenmaschine und zahlreichen Lichterketten ausstattet haben. „Wir sind die Prinzessinnen, die mit den Zauberstäben winken“, stellt sich Nina vor. Für sie steht eine Gruppe im Vordergrund: die Kinder. „Wenn sie uns zuwinken, ist das ein Gänsehautmoment. So viel Freude und Herzlichkeit – das ist mit Geld nicht zu bezahlen.“

Organisator Maik Kipry will vor allem Kindern Freude bereiten

Den Kindern diese Freude zu bereiten – damit erklärt Organisator Kipry auch, warum er die Lichterfahrt trotz des großen Aufwandes auf die Beine stellt. Doch auch viele Erwachsene sind dankbar. „Wir haben viele begeisterte Zuschauer am Straßenrand erlebt“, erzählt Polizei-Einsatzleiter Stephan Heinz kurz vor Ende der Tour gegen 20.30 Uhr. Bei der sei alles glatt gelaufen, berichtet der Polizeihauptkommissar. Erstmals hatte Kipry zusätzlich zur Fahrt einen amerikanischen Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt; Schauplatz war das Gelände in Bavenstedt, wo die Tour startete und gegen 21 Uhr endete. Der Zuspruch war auch dort groß: „Es ist rappelvoll“, berichtet Kipry am Nachmittag kurz vor dem Start der Lichterfahrt. Dass deren Teilnehmer länger als gedacht brauchten, um in der Innenstadt anzukommen, löste bei einigen Zuschauern Unmut aus. So waren an der Zingel fast 100 Menschen bereits abgewandert, als der Zug dort endlich kurz vor 20 Uhr vorbeikam. Einige Dutzend harrten aus; Zuschauerin Astrid Grothe holte für Ordner Thomas Kritscher als Dank für dessen Einsatz extra einen Glühwein vom Weihnachtsmarkt.

Von Valentin Brendler und Rainer Breda


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