Heftige Symptome

Eintracht-Handballer Lothar von Hermanni macht Corona-Erkrankung öffentlich

Hildesheim - Während eines Talks im Internet machte Eintrachts Handball-Kapitän Lothar von Hermanni seine Covid-19-Erkrankung öffentlich.

Muss Aufbautraining machen, um wieder fit zu werden: Lothar von Hermanni. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Auch junge Menschen sind von Corona betroffen – und selbst Leistungssportler sind vor heftigen Symptomen nicht gefeit. Der HAZ sind einige Fälle bekannt, aber kaum ein Athlet will öffentlich darüber reden. Lothar von Hermanni hat seine Covid-19-Erkrankung öffentlich gemacht. Im neuen Eintracht-Format „TindA“ beschrieb er den Verlauf.

TindA ist nicht Tinder

„TindA“ ist nicht mit der Single-Plattform „Tinder“ zu verwechseln und steht für ,Talk in der Arena’“. Regelmäßig soll in der Volksbank-Arena mit Gästen über die Handballer von HC Eintracht Hildesheim geredet und diskutiert werden. Bei der Premiere waren neben Kapitän Lothar von Hermanni noch Trainer Jürgen Bätjer, Sportdirektor Martin Murawski und Sponsor Axel Kaczmarek (Autohaus Kühl) vertreten.

Er habe sich im privaten Umfeld mit Corona angesteckt, verriet Lothar von Hermanni während des Talks. „Obwohl ich mich immer an die Abstands- und Hygiene-Vorschriften gehalten habe.“ Die Eintracht-Handballer werden laut Murawski zweimal in der Woche auf das Virus getestet. Bei dem Linksaußen fiel ein Test positiv aus. Natürlich wurde er sofort aus dem Trainingsbetrieb gezogen.

Der Geruchssinn ist weg

„Bis dato kannte ich niemanden, der an Covid erkrankt war“, berichtete von Hermanni. Er habe aber schon gemerkt, dass die Einschläge näher kamen. Und dann war er plötzlich selbst betroffen. Der Verlauf war nicht ohne. „Mir ging es drei bis vier Tage ziemlich schlecht“, erzählte der 28-Jährige. „Ich hatte Fieber, Schüttelfrost und heftige Kopfschmerzen.“ Inzwischen hat er sich wieder einigermaßen erholt. Aber etwas ist zurückgeblieben. „Ich kann nichts riechen“, sagt von Hermanni. Er hofft, dass der Geruchssinn bald wieder kommt. Zudem müsse er nun ein Aufbautraining absolvieren, um wieder fit zu werden. „So gesehen ist es für mich ganz gut, dass die Saison unterbrochen ist.“

Die Corona-Pandemie war das beherrschende Thema beim Talk in der Arena, der von Hallensprecher Christoph Scholz moderiert wurde. Anders als andere Drittliga-Teams können die Hildesheimer Handballer trainieren, weil regelmäßige Tests bezahlt werden und sie in die Halle dürfen. Weil dies bei anderen Vereinen nicht gewährleistet ist, musste die Saison unterbrochen werden. Derzeit werde nach einer Lösung gesucht, für alle Teams gleiche Voraussetzungen zu schaffen, um den Spielbetrieb möglichst bald wieder aufnehmen zu können, berichtete Sportdirektor Murawski. Vor den Spielern ziehe er den Hut: „Sie gehen vorbildlich mit der Situation um.“

Training, aber keine Spiele

Trainer Jürgen Bätjer steht immer wieder vor der schwierigen Aufgabe, Trainingsanreize zu setzen. Denn normalerweise besteht die Motivation natürlich darin, sich auf die Spiele vorzubereiten. Das ist derzeit nicht möglich. „Und dennoch ziehen alle sehr gut mit“, sagte Bätjer.

Den Talk gibt es sowohl in voller Länge auf Youtube zu sehen, außerdem kann man ihn als Podcast hören.

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