Kampf gegen das Coronavirus

„Luca“-App im Kreis Hildesheim gefordert – das sagt die Verwaltung

Kreis Hildesheim - Zwei Kreistagsfraktionen wollen mit Anwendung fürs Handy die Nachverfolgung von Kontakten beschleunigen. Kommt die App womöglich ohnehin bald bundesweit?

Smudo präsentiert die Corona-App "Luca" - das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim begegnet Fragen nach einer Einführung reserviert. Foto: dpa

Kreis Hildesheim - Unabhängige und FDP im Hildesheimer Kreistag fordern eine schnelle Einführung der Corona-App „Luca“ im Landkreis. Die App könne „einen bedeutenden Beitrag leisten, die von der Bevölkerung sehnlichst erwartete Öffnung von Geschäften und Sportstätten zu unterstützen und diese auch auf Dauer stabil zu halten“, heißt es zur Begründung.

Die „Luca“-App, die unter anderem von dem Hiphop-Künstler Smudo („Die Fantastischen Vier“) mitentwickelt wurde und durch einen Fernsehauftritt des Rappers schlagartig bekannt wurde, erfasst über einen QR-Code beim Betreten eines Geschäftes oder einer Einrichtung die Kontaktdaten der betreffenden Person. Im Falle eines Kontaktes zu einer Corona-infizierten Person würden die Daten verschlüsselt an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt, nur diese Behörde kann sie auch entschlüsseln.

Für Hygienekonzepte

Dies bedeute „eine deutliche Erleichterung bei der Ermittlung der Kontakte einer infizierten Person“, betont der Georg von Kopylow (FDP). Erst recht, da diese elektronisch übermittelt würden und nicht mehr, wie jetzt teilweise, von Hand erfasst werden. Die App könne so „ein bedeutender Baustein bei der Erstellung eines Hygienekonzeptes eines Geschäftes oder einer Sporteinrichtung sein“.

Von Kopylow verweist darauf, dass unter anderem die „bei der Corona-Eindämmung sehr erfolgreiche“ Stadt Rostock die App bereits nutze, viele weitere Gesundheitsämter wollten nachziehen. „Es ist unerklärlich, weshalb solch einfache, vorhandene Hilfen nicht zeitnah und vor allem gemeinschaftlich eingeführt werden“, ergänzt Ulrich Bantelmann von den Unabhängigen.

Kreis: noch keine Infos

Darauf könnte es indes hinauslaufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich in dieser Woche für die Nutzung weiterer Apps aus und erwähnte „Luca“ explizit, Thüringen plant bereits die flächendeckende Einführung.

Die Kreisverwaltung reagierte am Freitag auf HAZ-Anfrage allerdings äußerst zurückhaltend: „Wir haben bisher von keiner Stelle – Bund, Land, Landkreistag, Robert-Koch-Institut oder Landesgesundheitsamt – offiziell etwas von dieser App gehört“, sagte Pressesprecherin Sabine Levonen. „Auch die Betreiber dieser App haben uns noch überhaupt keine Informationen zukommen lassen.“ Geht es nach Unabhängigen und FDP, würde sich der Kreis allerdings selbst darum bemühen. Andere Parteien haben sich noch nicht geäußert.

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