Tierbeobachtungen

Vermehrt Hinweise und Fotos: Luchse fühlen sich im Raum Hildesheim immer wohler

Kreis Hildesheim - Beim Luchsprojekt des Nationalparks Harz gehen immer mehr Hinweise auf die großen Katzen aus dem südlichen Raum Hildesheim ein. Vor allem eine Stelle ist wohl beliebt.

Besonders charakteristisch für den Luchs sind seine Haarpinsel an den Ohren, der Backenbart und der kurze Schwanz. Foto: Ole Anders/Nationalpark Harz

Kreis Hildesheim - Der Luchs fühlt sich offenbar im südlichen Landkreis Hildesheim immer wohler. Beim Luchsprojekt Harz, das Beobachtungen der Tiere sowie Hinweise auf sie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sammelt, gehen in den vergangenen Jahren immer mehr Hinweise auf die großen Raubkatze ein. Und waren es in den Anfangsjahren der Ansiedlung der Tiere vor rund 20 Jahren noch sehr wenige Individuen, die nach und nach im Kreisgebiet auftauchten, werden sie inzwischen jedes Jahr Dutzende Male gesichtet, laufen in Fotofallen oder hinterlassen Risse oder andere Spuren, die ihnen eindeutig zugeordnet werden können. „Die Meldungen aus dem Landkreis Hildesheim verdichten sich“, sagt Ole Anders, Leiter des Luchsprojekts. Es gebe heute deutlich mehr Hinweise auf die Tiere als noch vor einigen Jahren.

Meistens handele es sich um Tiere auf der Durchreise. Aber Anders hat inzwischen auch Hinweise darauf, dass im Hildesheimer Wald, im Bereich Sieben Berge zwischen Sibbesse und Alfeld, ein weiblicher Luchs samt Nachwuchs lebe. Luchse werfen im Mai oder Juni. Allein vier Nachweise auf Luchse hat das Projekt im vergangenen Beobachtungsjahr, das im Mai endete, aus dem Bereich Sieben Berge erhalten. Die meisten stammen aus Fotofallen.

Deutlich mehr Hinweise aus Alfeld, Freden und Lamspringe

Deutlich mehr Hinweise gab es etwas weiter südlich aus dem Bereich Alfeld, Freden und Lamspringe. Hier hat Anders mehr als ein Dutzend Hinweise, Fotos und Beobachtungen einsammeln können. Viele Hinweise kamen auch aus dem Bereich Bad Salzdetfurth. Nördlich von Hildesheim gib es allerdings derzeit noch keine Indizien dafür, dass die Raubkatzen hier gelegentlich unterwegs sind.

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Auf wie viele Tiere die Beobachtungen aus dem zurückliegenden Jahr zurückzuführen sind, weiß man beim Luchsprojekt auch nicht genau. Allerdings nehmen die Experten immer da, wo sie an genetisches Material der Luchse kommen können, auch Proben. „Im Moment wird das ausgewertet“, sagt er. In etwa einem Monat stehe dann fest, zu wie vielen Tieren gefundene Risse, Kotfunde oder Fellreste gehörten.

Fotos auf Twitter von einem Luchs im Hildesheimer Wald

Auf Twitter hat ein Mann gerade zwei Fotos gepostet, die einen Luchs im Hildesheimer Wald zeigen sollen. Die Frau eines Arbeitskollegen habe das Tier dort fotografiert.

Unabhängig überprüfen lässt sich der Ort nicht. Was das gezeigte Tier angeht, gibt es aber kein Zweifel. „Keine Frage, das ist ein Luchs“, sagt Anders. Zum Geschlecht könne er anhand der Fotos keine Angaben machen. „Aber es handelt sich um ein ausgewachsenes Tier, das im vergangenen Jahr zur Welt gekommen sein könnte.“

Sorgen bereitet Anders derzeit das nicht nur im Raum Hildesheim und Harz aktive Inzuchtgeschehen der Luchse. Das bedeutet, dass sich nah verwandte Tiere miteinander paaren. Folge sind zum Beispiel, dass die Tiere weniger fruchtbar sind und schwache Jungtiere nicht überleben. Das könne sich dramatisch auf künftige Populationen auswirken.

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