Adlum - Was hängt denn da im Baum? Der blaue Kunststoff weckte die Aufmerksamkeit von Jupp Gerhardy aus Adlum. Als er näher kam, entdeckte er, dass an dem zerfetzten Luftballon eine Karte befestigt war. Einen Tag zuvor, an Himmelfahrt, wurde der Ballon in Ottersberg auf die Reise geschickt.
Als Hildesheimer Stadtjugendpfleger hatte Jupp Gerhardy in den 1970er und 80er Jahren einige Luftballonwettbewerbe organisiert. „Aber zurückgemeldet hat sich niemand“, erzählt er. Ehrensache, dass er sich melden würde, wenn er so einen Fund macht. Im Internet fand Gerhardy, der seit acht Jahren im Ruhestand ist, eine Telefonnummer des Adressaten – und rief an. „Der Mann ist Mitarbeiter bei Arbeit und Leben bei Bremen“, berichtet Gerhardy. Als er ihn von seinem Fund informierte, freute sich der Absender und war gleichermaßen überrascht, wie weit der Ballon innerhalb nur eines Tages geflogen war. Immerhin liegen etwa 150 Kilometer zwischen beiden Orten. Weitere Rückmeldungen, so Gerhardy, habe es zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben.
Besondere Aktion zu Himmelfahrt
Der Adlumer erfuhr aber, dass der Wettbewerb eine Alternative zum sonst üblichen Himmelfahrtsausflug der 60 Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung war. Die Corona-Pandemie macht auch Gerhardy in diesem Jahr einen großen Strich durch die Rechnung. Seit vielen Jahren begleitet er den Jugendaustausch mit Hildesheims Partnerstadt Weston-super-Mare.
Was nach dem Zweiten Weltkrieg als Zeichen für Frieden und Neubeginn begonnen hat und in Brexit-Zeiten weiter intensiviert werden sollte, muss in diesem Jahr wohl ausfallen. „Wir fahren sonst in den Osterferien und hatten jetzt noch auf den Herbst gehofft, aber das wird wohl nichts“, bedauert Gerhardy. Vielleicht tröstet da der Mutmach-Spruch ein wenig, der auf der Luftballon-Karte zu lesen war: „Am Ende wird alles gut werden, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht am Ende.“ (Oscar Wilde).
