In der Fußgängerzone

„Mal gucken, was es hier gibt“: Früher Start, Neugier und Eingangs-Pläne bei Tedi-Neueröffnung in Hildesheim

Hildesheim - Tedi statt Kaufhof: Im zuletzt größten Leerstand Hildesheims hat der Discounter eine weitere Filiale eröffnet. Der zuständige Bereichsleiter äußert sich zum Sortiment und zu einigen Umbauarbeiten, die noch anstehen. (mit Video)

Das Tedi-Maskottchen begrüßte am Donnerstag die Kundinnen und Kunden zur Neueröffnung in der Hildesheimer Innenstadt. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Schon am frühen Donnerstagmorgen tanzt in der Fußgängerzone ein orangener Bär durch die Kälte und winkt Passanten fröhlich zu, aus großen Boxen dröhnen Disco-Hits der 80er – eine Werbeaktion des Discounters Tedi, der seine neue und bisher größte Hildesheimer Niederlassung im ehemaligen Galeria-Gebäude eröffnet. Und das bereits um 8 Uhr.

Im Erdgeschoss bietet Tedi auf 1700 Quadratmetern nach eigenen Angaben 17.000 Artikel an: Haushalts- und Dekowaren, Saisonwaren wie Adventskalender und Weihnachtsbaumschmuck, Süßigkeiten, Bastel-, Heimwerker- und Haustierbedarf. „Zwei Drittel der Waren sind immer im Bestand, ein Drittel wechselt, sodass Kunden auch etwas Neues finden können“, erklärt Bereichsleiter Hubert zum Hebel das Konzept hinter dem Sortiment. Bis zum Herbst 2026 will Tedi den Standort weiterführen, zumindest nach aktuellen Plänen.

Die Sache mit dem Eingang

Viele der ohnehin schon niedrigen Preise sind zur Eröffnung noch einmal heruntergesetzt worden, was auch der eigens für diesen Tag angeheuerte Marktschreier nicht müde wird zu betonen: „Hereinspaziert, meine Damen und Herren, hier finden Sie 3000 Artikel für je einen Euro!“

Und die Damen und Herren spazieren tatsächlich herein – derzeit ausschließlich über den Eingang neben dem Café Beste, während auf der Seite der Jakobi-Kirche die Türen noch geschlossen sind. „Diesen Eingang werden wir in zwei bis drei Wochen öffnen, dafür sind noch ein paar Umbauarbeiten erforderlich“, sagt Unternehmenssprecherin Chiara Hautkappe. Doch noch vor Weihnachten sollen die Eingänge wieder so geöffnet sein, wie Kundinnen und Kunden es aus alten Galeria-Zeiten kennen.

Viele Kundinnen und Kunden neugierig

Während die Neueröffnung des Discounters im Vorfeld unter anderem auf Social Media kontrovers diskutiert wurde, überwiegt an diesem Morgen die Neugier bei den ersten Kundinnen und Kunden: „Ich bin nur hergekommen, um gleich am Morgen mal zu gucken, was es hier gibt“, sagt eine ältere Dame, die systematisch die langen Gänge abschreitet und sich das ganze Angebot in Ruhe ansieht. „Ich war schon sehr gespannt.“

Gekauft hat sie am Ende gar nicht viel, nur ein bisschen Weihnachtsdeko. Das Prinzip Tedi kenne sie ja schon aus anderen Hildesheimer Niederlassungen. Bereits vier Filialen bespielt das Unternehmen in Hildesheim: in der Arneken Galerie, der Bernwardstraße, am Lerchenkamp und am Bischofskamp.„Aber es ist doch immer besser, irgendwo ein Geschäft zu haben als einen Leerstand“, sagt sie.

Die Reaktionen der Händler

Vertreter von Hildesheimer Unternehmen sowie Wirtschaftsverbänden haben sich im Vorfeld ebenfalls positiv zur vorübergehenden Eröffnung geäußert. „Ein länger andauernder Leerstand von Immobilien in unserer Fußgängerzone wirkt sich negativ auf die Attraktivität und Entwicklung der Innenstadt aus“, sagt Karsten Krüger, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Hannover, zu der auch Hildesheim gehört. Er begrüße es, dass mit Tedi eine Lösung gefunden wurde, langfristigen Leerstand in der ehemaligen Galeria zu verhindern. Senab Özkan, Vorsitzende der Kaufmannschaft Freundliche Hildesheimer, und Holger Beste, Chef des Stadtcafés Beste, halten die Eröffnung ebenfalls für eine Bereicherung der Stadt.

Holger Höfner, Center Manager der Arneken Galerie, geht davon aus, dass die temporäre Neueröffnung auf die Tedi-Filiale in der Arneken Galerie keinen Einfluss haben wird. „Tedi wird ein entsprechendes Sortimentskonzept fahren, um sich nicht selber zu kannibalisieren“, sagt Höfner. Die Filiale in der Arneken Galerie ist rund 900 Quadratmeter groß. 

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