Elektronik-Händler in Hildesheim

Medimax schließt Ende Februar - Firmenspitze schweigt

Hildesheim - Der Elektronik-Händler Medimax schließt seine Filiale am Kennedydamm. Die Mitarbeiter haben bereits die Kündigung erhalten, die Firmenspitze äußert sich bislang nicht.

Der Elektronik-Händler Medimax gibt seine Hildesheimer Filiale am Kennedydamm auf. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Der Elektronik-Anbieter Medimax schließt seine Hildesheimer Filiale. In dem Fachmarkt am Kennedydamm (Bundesstraße 494), der im Jahr 1988 eröffnet wurde, gehen Ende Februar nächsten Jahres die Lichter aus. Die knapp 20 Mitarbeiter haben nach Informationen der HAZ bereits Ende November ihre Kündigungen erhalten. Das Unternehmen steckt insgesamt in schwerer See. Auf der Suche nach einer Lösung hatte sich der Blick vor einem Jahr sogar nach Sarstedt gerichtet – ohne Erfolg.

Nicht die einzige Schließung

Rund 50 000 Artikel bietet Medimax auf etwa 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche an der nordöstlichen Einfahrt nach Hildesheim an. Und es ist beileibe nicht die einzige Niederlassung, die keine Zukunft mehr hat. In den vergangenen Tagen wurde unter anderem bekannt, dass Medimax im ersten Halbjahr 2020 zwei Filialen in Kiel und eine in Hamburg aufgeben will, in Hamburg gab es zuvor schon weitere Geschäftsaufgaben.

Der Elektronik-Großhandel durchlebt angesichts der Konkurrenz durch das Internet ohnehin extrem schwierige Zeiten. Doch hinter Medimax liegen besonders holprige Jahre, die Führungsspitze will das Unternehmen nun tiefgreifend umstrukturieren.

„So geht es nicht weiter!“

Das Jahr 2018 habe sich „vom Hoffnungsträger zum Albtraum entwickelt“, sagte Karl Trautmann, einer der Vorstände des Dachunternehmens Electronic Partner (EP), bereits im Februar bei einer Veranstaltung für Lieferanten aus der Elektro- und Elektronikindustrie in bemerkenswerter Offenheit. Und sein Pendant Friedrich Sobol wetterte bei der selben Gelegenheit Medienberichten zufolge: „So, wie es bei Medimax jetzt läuft, funktioniert es künftig nicht. Das Jeder gegen jeden ist vorbei!“

Was er offenbar meinte: Medimax hat zwar eine Zentrale in Düsseldorf, doch jeder Standort wird bislang von einer eigenständigen GmbH betrieben, so auch in Hildesheim. Und obwohl deren Geschäftsführer in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sitzen, bleibt eine gewiss lokale Eigenständigkeit. Doch die soll zumindest beschnitten werden, das Management will das gesamte Medimax-Netz künftig zentral steuern. Auch eine Aufwertung des Sortiments gehört zu dem Plan, dessen Umsetzung die Kunden in Hildesheim freilich nicht mehr erleben werden. In nennenswerter Nähe verbleibt nur noch die Niederlassung in Hannover-Döhren.

Sarstedt-Deal scheitert

Vor einem Jahr hatte Medimax noch einen Partner gesucht und in Sarstedt vermeintlich auch gefunden: Der Filialnetz-Betreiber plante eine Fusion mit dem Online-Anbieter notebooksbilliger.de, der seine Firmenzentrale in der Stadt im Nordkreis hat. Doch der Milliarden-Deal kam nicht zustande, zu unterschiedlich waren offenbar die jeweiligen Vorstellungen.

Nun sucht Medimax sein Heil wohl darin, die Kette gesundzuschrumpfen und sich auf besonders profitable Standorte zu fokussieren. Ein Konzept, in das die Hildesheimer Filiale offenbar nicht mehr hineinpasst.

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