Großprojekt

Medizinisches Versorgungszentrum in Alfeld soll Anfang Oktober starten

Alfeld - Anfang August beginnen die Bauarbeiten für das Regionale Versorgungszentrum in Alfeld, das unter anderem das hausärztliche Angebot verbessern soll: Was es bietet, welche Herausforderung zu meistern ist und wie es weitergeht.

Bis der Neubau fertig ist, wird das MVZ vorübergehend in 17 solchen Containern untergebracht. Foto: Thomas Jahns

Alfeld - Anfang August beginnen die Bauarbeiten für das Regionale Versorgungszentrum (RVZ) mit integriertem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) auf dem westlichen Teil des Friedhofs am Walter-Gropius-Ring in Alfeld. Das RVZ soll Ende 2023 fertig sein. Das sagte Matthias Kaufmann, Geschäftsführer der Kreiswohnbaugesellschaft Hildesheim (kwg), am Mittwochnachmittag in Alfeld. Die KWG ist Investor der Wohnanlage Argentum, in der die beiden Einrichtungen dann untergebracht werden.

Acht Millionen Euro Gesamtkosten

Sie baut das dreigeschossige Gebäude für rund acht Millionen Euro. Im ersten und zweiten Obergeschoss entstehen insgesamt 16 altengerechte Drei- und Zweizimmerwohnungen mit einer Fläche von 70 bis 80 Quadratmetern je Wohneinheit nebst Balkon. Im Erdgeschoss, in dem sich das Regionale Versorgungszentrum und MVZ befinden, sollen zusätzlich eine Apotheke, eine psychotherapeutische Praxis und die Friedhofsverwaltung der Stadt Alfeld untergebracht werden. Die Baugenehmigung ist erteilt.

Die Gründung für den Neubau stellt die Bauexperten vor Herausforderungen. Sogenannte Teilverdrängungspfähle müssen bis zu 15 Meter tief in den Boden geschlagen werden, damit das Haus später sicher steht. Mitte August sollen die Tiefbauarbeiten beginnen, damit die Rohbauarbeiten möglichst bald starten können. Bereits im März 2023, so der Plan, sollte der Rohbau abgeschlossen sein, damit die Arbeiten im Frühjahr zügig weitergehen.

Senftleben: „Spannender Weg“

„Die politische Umsetzung des gesamten Projekts war ein spannender Weg“, betonte Gronaus Samtgemeindebürgermeister Volker Senftleben (SPD). Zur Erinnerung: Die Samtgemeinde Leinebergland hatte als letzte Gemeinde dem RVZ/MVZ ihren Segen erteilt. Aus seiner Sicht sei es die richtige Entscheidung, ein solches Projekt im Mittelzentrum Alfeld zu installieren, denn insgesamt werde die Region Leinebergland dadurch mächtig gestärkt.

Rund 1,3 Millionen Euro an Landesmitteln steckt der Regionsverein Leinebergland nach Angaben von Regionalmanagerin Marlies Bahrenberg in das RVZ/MVZ. Zusätzlich unterstützt der Landkreis Hildesheim das Vorhaben mit insgesamt 100.000 Euro zur Finanzierung von Personalkosten über drei Jahre sowie 25.000 Euro als einmalige Förderung des Neubaus.

Leuchtturmprojekt der Region

Als stellvertretender Vorsitzender des Regionsvereins Leinebergland betrachtet Bernd Beushausen (SPD) den Bau des Argentums nebst RVZ/MVZ als „Leuchtturmprojekt“, nachdem bereits die Bereiche Mobilität und Tourismus in Angriff genommen wurden. Nach seiner Beobachtung habe sich das Thema Kirchturmpolitik der im Regionsverein Leinebergland vertretenen Kommunen in den vergangenen 15 Jahren entscheidend verändert. „Was hier stattfindet, ist in Niedersachsen einmalig“, sagt der Alfelder Bürgermeister. Damit meint er die Umsetzung des RVZ/MVZ-Projekts gemeinsam mit der kwg. „Alle anderen, die so was machen, sind Landkreise“, betonte er.

Das Medizinische Versorgungszentrum soll zum 4. Oktober den Betrieb aufnehmen. Dort sind dann unter der Leitung von Dr. Friedrich Bartels aus Elze insgesamt drei Mediziner auf zwei Ärztestellen tätig. Sie werden von zunächst drei Medizinischen Fachangestellten unterstützt. Anfang 2023 sollen weitere Kräfte zukommen. Die Einrichtung ist zunächst in 17 Standard-Containern auf dem dem Friedhof vorgelagerten Gelände untergebracht. Nach Fertigstellung des benachbarten Neubaus im Dezember 2023 zieht das MVZ dort ein und die Container werden im ersten Quartal 2024 abgebaut.

VON THOMAS JAHNS

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