Nach Ankündigung des Konzern-Chefs

Mehr SB-Kassen in Rewe-Märkten: Die Pläne im Landkreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Rewe will die Zahl der Supermärkte mit Selbst-Bedienungs-Kassen erhöhen. Welche Filialen in der Region Hildesheim haben das System schon, wie sind die Erfahrungen – und wo soll das auch künftig für Kunden möglich werden?

Eine Kundin scannt im Rewe-Markt auf dem ehemaligen Phoenix-Gelände ihre Waren an einer Selbstbedienungs-Kasse. Davon soll es bundesweit bald deutlich mehr geben. Foto: Heiko Stumpe

Kreis Hildesheim - In einigen Supermärkten in Stadt und Landkreis Hildesheim gibt es sie schon, sie soll Kundinnen und Kunden den Einkauf erleichtern und Zeit sparen, indem sie das schnelle, bargeldlose Bezahlen ermöglicht: Die Selbst-Bedienungs-Kasse (SB-Kasse), im Fachjargon der Einzelhändler auch Self-Checkout- oder Self-Scanning-Kassensystem genannt, hat längst ihren Platz im Einzelhandel gefunden; in Hildesheim findet man sie bereits in Filialen von Edeka, etwa an der Frankenstraße und am Ostbahnhof, aber auch im Rossmann am Hohen Weg oder im Obi-Baumarkt an der Senkingstraße 1.

Jüngst hat Rewe-Chef Lionel Souque gegenüber der Nachrichtenagentur dpa angekündigt, die Zahl der Supermärkte, die damit ausgestattet sind, bundesweit von knapp über 1.000 auf 1.800 zu erhöhen. Zum Vergleich: Laut Rewe-Sprecher Thomas Bonrath gibt es in ganz Deutschland etwa 3800 Rewe-Märkte. In Hildesheim allein gibt es sechs Filialen, im Landkreis weitere 14.

Diese Rewe-Märkte in Hildesheim und Region haben SB-Kassen

Mit SB-Kassen ausgestattet sind davon bislang nur vier: In Hildesheim sind das die Märkte an der Phönixstraße am Moritzberg und an der Ernst-Abbe-Straße in Itzum. Im Landkreis bieten die Rewe-Niederlassungen an der Straße Im Knick in Algermissen und in Bad Salzdetfurth, an der Ahnepaule, Kassen zum Self-Checkout an. Die bisherigen Erfahrungen damit seien gut, berichtet Sercan Övüc, Inhaber der Rewe-Filialen in Bad Salzdetfurth, Lamspringe und der auf dem ehemaligen Phoenixgelände in Hildesheim. Dennoch habe er zunächst nicht vor, die beiden Läden ohne SB-Kassen zeitnah auch noch mit solchen auszustatten.

Es handele sich dabei in erster Linie um ein Service-Angebot für Kundinnen und Kunden, sagt er. Diese könnten durch das Selber-Scannen Zeit sparen, insbesondere wenn sie auch auf das sogenannte Scan&Go-Angebot zugreifen würden, das es ermöglicht, die Waren schon während des Gangs durch den Supermarkt mittels portablem Scanner oder per App auf dem Smartphone zu scannen, bevor man sie in den Einkaufswagen oder direkt in die Tasche legt; an der Kasse reicht dann ein einzelner Scan, um den gesamten Einkauf bezahlen zu können. „Der große Vorteil für den Kunden ist hierbei, dass er die Ware nicht noch mal auspacken muss“, sagt Övüc.

Hat sich die Zahl der Ladendiebstähle erhöht?

Scan&Go-Systeme und SB-Kassen machen Supermärkte für die Verbraucher also potenziell attraktiver. Aber wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus? Können SB-Kassen dem Fachkräftemangel entgegenwirken? Und locken solche Systeme nicht vielleicht sogar Ladendiebe an? Was das betrifft, kann Rewe-Inhaber Övüc keine nennenswerten Unterschiede zur Zeit vor der Einführung von SB-Kassen feststellen. „Da ist der allergrößte Teil der Kunden sehr ehrlich“, sagt er. Dennoch muss er auch festhalten: „Personalkosten spart das nicht.“ Das weiß auch Lutz Ahlers, Inhaber des Rewe-Marktes an der Alfelder Straße. „Der Sinn liegt darin, dem Kunden entgegenzukommen und nicht, Personal einzusparen.“ Warum es dadurch keine Einsparungen gebe? Weil eine Kassierin in beim Scannen in der Regel vier Mal so schnell sei wie ein Kunde, erklärt Ahlers.

Er sieht in der Einführung von SB-Kassen daher auch keinen Trend, der für das Überleben eines Supermarkts entscheidend sei. Zwar habe sich dieser während der Pandemiejahre verstärkt. Er selbst werde aber trotzdem erst mit dem nächsten größeren Umbau SB-Systeme einführen. Das könnte schon 2025 oder 2026 der Fall sein, sagt er, immerhin gibt es seinen Markt an der Alfelder Straße nun fast schon fünf Jahre. Wirklich eilig hat er es damit aber nicht. Das hat auch persönliche Gründe. „Ich bin ja so ein altbackener Händler“, sagt Ahlers. „Und mit den SB-Kassen geht ein wenig das Tante-Emma-Feeling verloren.“ Ein ähnliches Gefühl habe sich bei ihm allerdings auch schon eingestellt, als seinerzeit die digitalen Kassensysteme die alten Registrierkassen ablösten.

In diesen Rewe-Märkten in der Region gibt es SB-Pläne

Ob nun angesichts der Ankündigung von Rewe-Chef Souque geplant ist, auch die übrigen Märkte in Stadt und Landkreis Hildesheim mit SB-Kassen auszustatten, ist in der Pressestelle des Kölner Konzerns nicht bekannt, wie Rewe-Sprecher Thomas Bonrath auf HAZ-Nachfrage einräumt. Die direkte Nachfrage bei den Märkten hat jedoch ergeben, dass zumindest in den Rewe-Filialen in Gronau, Elze und Nordstemmen Pläne existieren, SB-Kassen zu installieren. Wann genau das der Fall sein wird, ist bislang jedoch unklar.

  • Region
  • Kreis Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.