Hildesheim - Mehrere Straßen im Raum Hildesheim sind wegen der Folgen des heftigen Wintereinbruchs nach wie vor unpassierbar. „Aufgrund von erheblichen Schneeverwehungen ist die Kreisstraße 108 zwischen B1 und Sorsum bis auf Weiteres voll gesperrt“, teilte die Stadt etwa am Samstagnachmittag mit. Die Zu- und Abfahrt nach beziehungsweise von Sorsum sei aus diesem Grund derzeit nur über die L460 möglich.
Auch die Straße zwischen Einum/ Achtum und Hönnersum ist derzeit noch in beide Richtungen gesperrt. „Die Schneeverwehungen sind teilweise richtig tief“, berichtet eine Frau aus Hönnersum. Trotzdem gebe es Menschen, die die Schilder ignorieren und verbotenerweise durchfahren.
Diese Straßen sind auch gesperrt
Weiterhin kein Durchkommen gibt es zudem zwischen Algermissen und Bledeln sowie Schlewecke und Derneburg – ebenfalls wegen Schneeverwehungen. „Da es sehr kalt ist, werden die Sperrungen vermutlich noch die ganze Nacht und wahrscheinlich auch noch am morgigen Sonntag andauern“, sagt ein Sprecher der Polizei Hildesheim am Samstagabend gegen 18.15 Uhr.
In der Zeit von 7 bis 17 Uhr gab es am Samstag acht Unfälle im Kreis Hildesheim. Allerdings gingen alle glimpflich aus, es gab höchstens Blechschäden. Es handelte sich meist um Parkrempler, schlimmere Unfälle sind nicht passiert.
Lage auf A 7 hat sich entspannt
Auf der Autobahn 7 hat sich die Lage am Samstag im Gegensatz zum Freitag entspannt, wie die Autobahnpolizei mitteilt. Ein folgenreicher Verkehrsunfall mit drei Beteiligten ereignete sich am frühen Morgen gegen 5.35 Uhr im Dreieck Salzgitter in der Überleitung von der A7 in Fahrtrichtung Hannover auf die A39 in Fahrtrichtung Braunschweig. Nachdem die beteiligten Fahrzeuge geborgen waren, ist eine deutliche Entspannung der Einsatzlage zu verzeichnen gewesen, heißt es von der Autobahnpolizei. Eine durchgängige problemlose Befahrbarkeit der A7 sei durch den starken Einsatz des Winterdienstes der Autobahnmeisterei im Norden und des privaten Autobahnbetreibers VIA Niedersachsen im Süden, sowie der nachlassenden Schneefälle und des Windes gegeben. „Lediglich auf den Parkplätzen und Rastanlagen kann es vereinzelt noch zu größeren Schneemengen auf den Fahrbahnoberflächen kommen.“
Stadtverkehr-Busse fahren wieder – die Züge auch
Unterdessen hat der Hildesheimer Stadtverkehr (SVHI) den Betrieb wieder aufgenommen. Ab 16 Uhr begann der Betrieb im regulären Abendliniennetz wieder – nach mehr als 24 Stunden Stillstand. Der SVHI weist allerdings darauf hin, dass es aufgrund der Witterungsbedingungen weiterhin zu Verspätungen, Ausfällen und Einschränkungen kommen kann. Die Busse des Regionalverkehrs RVHI fallen hingegen noch den gesamten Samstag aus.
Keine Züge
Auch auf den Gleisen gibt es weiterhin Einschränkungen. Wie der Metronom vermeldet, kann die Linie RE 2 noch nicht wieder auf der Strecke zwischen Hannover Hauptbahnhof und Nordstemmen fahren: Die Weichen und Anlagen seien zu stark vereist. „Bei erwarteten Temperaturen von -15 Grad und mehr ist nicht damit zu rechnen, dass ein Betrieb am heutigen Tag möglich ist“, heißt es von dem Unternehmen am Samstagnachmittag.
Auch der Enno, der zwischen Wolfsburg und Hildesheim verkehrt, fällt weiter aus – die Strecken sind weiter gesperrt, einen Ersatzverkehr gibt es nicht. Der Erixx, der von Bad Harzburg und Hannover sowie in die entgegengesetzte Richtung fährt und in Hildesheim Halt macht, ist ebenfalls noch nicht wieder unterwegs. Voraussichtlich ist auch diese Strecke den gesamten Samstag über noch gesperrt, heißt es seitens des Unternehmens. Die Prognose: „Wir rechnen mit den ersten, regulären Fahrten nicht vor Sonntag, 11. Januar, am Vormittag.“ Auch die S-Bahnen S4 und S3 stehen weiter still.
von Christian Harborth und Katharina Brecht

