Hildesheim - Bei einer erneuten Kontrolle des asiatischen Spezialitäten-Restaurant „Shinhwa“ in der Hildesheimer Schuhstraße ist es am Mittwochabend zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Eine Streife wollte schauen, ob sich das Restaurant mittlerweile an die geltenden Corona-Regeln hält.
Weil dies aber nicht der Fall war und sich die angetroffene Betreiberin des Restaurants sowie mehrere Mitarbeiter gegen die Kontrolle zur Wehr setzten, rief die Streife Verstärkung. Bei einer anschließenden Rangelei wurde ein Beamter leicht verletzt. Eine Person wurde in Handschellen mitgenommen. Nach Informationen der HAZ soll es sich dabei um die Wirtin des Lokals handeln. „Die Person kann die Wache aber heute Abend noch verlassen“, sagte Polizeisprecher Jan Makowski am Mittwoch.
Erneut kein Hygiene-Konzept und keine Maske
Seinen Schilderungen zufolge, traf die Streife, die das „Shinhwa“ zuerst betrat, auf dieselbe Situation wie vor einigen Tagen. Mitarbeiter seien ohne Maske angetroffen worden, es habe kein Hygiene-Konzept gegeben, eine Person sei zudem ohne Impfstatus gewesen.
Die Wirtin und mehrere Mitarbeiter setzten sich offenbar aktiv zur Wehr, die Streife rief Verstärkung. Nach und nach trafen mehrere Einsatzfahrzeuge vor dem Restaurant ein. Innen wurde es ruppiger. Insgesamt drei Personen hätten Widerstand gegen die Polizeiarbeit geleistet, ein Polizist sei dabei leicht verletzt worden. Weil auch ein Restaurant-Mitarbeiter anschließend über Schmerzen klagte, wurde vorsorglich ein Rettungswagen alarmiert. Der Verkehr in der Schuhstraße staute sich während des Einsatzes bis zum PvH.
Die Gaststätte hatte jüngst wie berichtet gegen sämtliche Corona-Auflagen verstoßen. Mitarbeiter des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises kamen zur Kontrolle, mussten schließlich die Polizei zur Unterstützung rufen. Das Problem: Ankommende Gäste wurden nicht kontrolliert, ob sie geimpft sind, es gab keine Luca-App, keine Papiervordrucke für eine mögliche Kontaktnachverfolgung. Kein Desinfektionsspender stand im Blickfeld der Gäste. Niemand vom Personal trug eine FFP2-Maske. Ein Aufkleber am Eingang der Gaststätte hieß sogar ausdrücklich alle Menschen „herzlich willkommen“, ganz gleich ob „(un-)geimpft, (nicht) getestet, genesen, gesund, (un)-maskiert, männlich, weiblich, divers, groß, klein, dick oder dünn ...“
Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte
Was nun auf die Restaurant-Betreiberin und ihre Mitarbeiter zukommt, sei noch nicht klar. „Die Kollegen werden sicher eine weitere Ordnungswidrigkeits-Anzeige schreiben“, sagt Makowski. Außerdem müssten die drei mit Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen.
Ob die neuerlichen Verstöße dazu führen könnten, dass das Restaurant nun insgesamt schließen muss, sei nicht klar. „Das entscheidet am Ende auch nicht die Polizei“, sagt Makowski.
Von Christian Harborth, Jan Fuhrhop und Jana Hintz


