Alfeld / Kreis Hildesheim - Geschenkgutscheine landen nicht selten in der Schublade, werden lange nicht eingelöst – und wenn sie irgendwann beim Aufräumen wieder auftauchen, ist es oft zu spät. Denn grundsätzlich haben Gutscheine eine Gültigkeit von drei Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem sie ausgestellt werden. Das regelt Paragraf 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches mit der sogenannten Verjährungsfrist. Und diese Frist gilt generell auch für Mehrfachkarten, zum Beispiel für den Eintritt in Schwimmbäder – oder in andere Freizeiteinrichtungen, die solche Sammelkarten anbieten. Allerdings wird die Regelung von Bädern der Region ganz unterschiedlich gehandhabt.
Bad Salzdetfurth: Kulanz nach der Corona-Pandemie
Dass Mehrfachkarten verjähren können, war zum Beispiel Horst Ortmann aus dem Landkreis Hildesheim nicht bewusst. Er kaufte sich 2018 eine 20er-Karte für das Solebad in Bad Salzdetfurth, hat bisher aber nur fünf Karten eingelöst, zuletzt bei einem Besuch im Juli 2025. Inzwischen hatten sich gegenüber 2018 schon die Preise geändert, Ortmann zahlte die Differenz und durfte rein. Nun aber nicht mehr – und deswegen ist er verärgert. Kurbetriebs-Geschäftsführer Frank Hasse weist darauf hin, dass die 20er-Karte nach der gesetzlichen Vorgabe eigentlich nur bis Ende 2021 gültig gewesen wäre. Der Kurbetrieb habe die Frist auch wegen der Umstände durch die Corona-Pandemie schon deutlich verlängert – aus Kulanz. Das sei nun nicht mehr möglich. Das Solebad bietet auch 10er- und 50er-Karten an.
Hildesheimer Wasserparadies: Unbegrenzt einlösbar, aber irgendwann mit Nachzahlung
Auf Kulanz setzt auch das Hildesheimer Wasserparadies bei den dort angebotenen 11er-Karten. Die Unternehmenssprecherin verweist zwar auch auf die grundsätzliche Verjährungsfrist von drei Jahren. „Im Wasserparadies handhaben wir das jedoch bewusst sehr kundenorientiert“, erläutert sie, „unsere 11er-Karten können zeitlich unbegrenzt eingelöst werden.“ Bis zu einer Dauer von drei Jahren ist das ohne Einschränkungen möglich. Danach sei bei zwischenzeitlichen Tariferhöhungen eine entsprechende Nachzahlung nötig.
„7 Berge Bad“ in Alfeld: Unbefristet gültig
Auch das „7 Berge Bad“ in Alfeld verzichtet bewusst auf eine zeitliche Beschränkung: „Die 11er-Karte ist übertragbar und unbefristet gültig“, heißt es in der Entgeltordnung, die zuletzt vor drei Jahren geändert wurde. Stadtsprecher Hans-Günther Scharf weist nur darauf hin, dass das im vergangenen Herbst eingerichtete neue Kassensystem des Bades die alten Mehrfachkarten nicht direkt akzeptiert. Sie könnten aber problemlos für die Nutzung im neuen System angepasst werden.
Innerstebad in Sarstedt: „Bisher keine Probleme“
Verschiedene Mehrfachkarten bietet das Innerstebad in Sarstedt an – für 10, 20 oder 50 Besuche. „Es gibt kein festes Ablaufdatum bei unseren Mehrfachkarten“, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter Christoph Neuber. Wenn sie zwei oder drei Jahre alt seien, würden sie auf jeden Fall an der Kasse akzeptiert. Bislang seien wegen möglicher älterer Karten aber noch keine Probleme aufgetreten.
Die aktuellen Preise für Mehrfachkarten:
Das sind die aktuellen Preise für Mehrfachkarten in den genannten vier Bädern der Region: Im Solebad in Bad Salzdetfurth kostet die 10er-Karte 130 Euro, die 20er-Karte 250 Euro, die 50er-Karte 560 Euro und die 10er-Karte für das Bewegungsbad 220 Euro; eine 10er-Kombikarte für Solebad und Sauna gibt es für 195 Euro. Nur für die Sauna kostet die 10er-Karte 170 Euro und die 20er-Karte 320 Euro. Die Preise im Innerstebad in Sarstedt: 10er-Karte 55 Euro, 20er-Karte 104 Euro, 50er-Karte 244 Euro. Im Alfelder „7 Berge Bad“ zahlen Badegäste für die 11er-Karte 60 Euro plus 5 Euro Pfand. Die 11er-Karte für das Wasserparadies in Hildesheim kostet 45 Euro, sie gilt nur für das Sport- und nicht für das Erlebnisbad.
