21. Februar

Menschenrechte in 30 Sprachen: Das ist für den Tag der Muttersprache in der Hildesheimer Nordstadt geplant

Hildesheim - Der 21. Februar ist der Tag der Muttersprache. Das Bündnis „Ins Licht gerückt“ plant dafür eine Aktion, bei der möglichst 30 Menschen in unterschiedlichen Sprachen die Artikel der Menschenrechtserklärung vortragen sollen. Wo sie herkommen und was sonst noch geplant ist.

Schüler und Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule üben für das Theaterprojekt "Kraft der Gemeinschaft". Das Stück wird am Tag der Muttersprache zu sehen sein. Foto: Jan Felix Bergmann

Hildesheim - Die 30 Artikel der Erklärung der Menschenrechte, vorgetragen in 30 verschiedenen Sprachen: Das hat sich das Bündnis „Ins Licht gerückt“ für den Tag der Muttersprache am 21. Februar vorgenommen. Vor 25 Jahren hat die UNESCO den Tag der Muttersprache an diesem Datum ausgerufen. Die Muttersprache ist eng verknüpft mit der eigenen Kultur, mit Erinnerungen an Herkunft, Familie und Kindheit. In der eigenen Sprache fällt das Lernen leichter, wird Verständnis verbessert. Die Sprachvielfalt zu fördern, Bildung und Wissen in unterschiedlichen Sprachen zugänglich zu machen, ist daher auch ein Zeichen von Respekt vor der Kultur anderer. Der Tag der Muttersprache wird in diesem Jubiläumsjahr auch in der Hildesheimer Nordstadt vom Bündnis „Ins Licht gerückt“ begangen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Freitag, 21. Februar, von 17 bis 20 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche steht die Erklärung der Menschenrechte. „Denn die Menschenrechte gelten für alle“, sagt Isabelle Fritsch von der Diakonie Himmelsthür. So soll einerseits die Vielfalt, andererseit das Verbindende zur Geltung kommen. Sprecher und Sprecherinnen für 25 unterschiedliche Sprachen haben die Organisierenden schon zusammen: darunter zum Beispiel Farsi, Russisch, Kikuyu und Kiswahili, Türkisch und Italienisch. Auch Leichte Sprache und Gebärdensprache sind dabei sowie Plattdeutsch, das zu den potentiell gefährdeten Sprachen gehört.

Um diese Vielfalt auf die Beine zu stellen, haben die Beteiligten Menschen in ihrem Umfeld angesprochen. Viel beitragen kann die Geschwister-Scholl-Schule, denn dort werden Kinder und Jugendliche aus rund 60 verschiedenen Ländern unterrichtet, berichtet Sozialarbeiterin Olivia Biehle. Weitere Redner und Rednerinnen wurden durch die Flüchtlingshilfe Flux gewonnen, und Dorothee Heimann-Detlefsen, Vizepräsidentin des Zonta-Clubs, wurde unter den Mitarbeitenden des von ihr gegründeten Consulting-Unternehmens fündig. „So kommen ganz viele verschiedene Menschen zusammen“, freut sich Frank Auracher vom Stadtteilbüro. Ob noch fünf weitere Sprachen gefunden werden, um die 30 voll zu machen, oder manche Sprache zweimal zu hören sein wird, ist noch nicht sicher. Die Zuhörenden bekommen die Artikel der Menschenrechte jedenfalls schriftlich auf Deutsch zum Mitlesen in die Hand.

Lichtinstallation zum Mitmachen

Anders als bei vorangegangenen Ins-Licht-gerückt-Aktionen wird der Tag der Muttersprache nicht vor, sondern in der Kirche begangen. Wie gewohnt sind aber mehrere Akteure aus der Nordstadt beteiligt. Schüler und Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Schule zeigen ein kurzes Theaterstück, in dem ebenfalls mehrere Sprachen vorkommen. Das Theaterhaus sorgt dafür, dass die Kirche von außen auffällig beleuchtet ist. Sönke Franz vom Theaterpädagogischen Zentrum kümmert sich um eine Lichtinstallation für die Innenwände – die ist aber nicht fertig, sondern die Besucher und Besucherinnen können mit Hilfe einer App selbst dazu beitragen. Für Musik sorgt Babak Babarabie an der Percussion: „Musik ist schließlich auch eine Form von Sprache“, meint Frank Auracher. Es ist der letzte Termin von „Ins Licht gerückt“ in diesem Winter, bevor die Reihe voraussichtlich im November wieder losgeht.

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