Bockenem/Diepholz - Die Münchner Unternehmensgruppe Aequita, Haupteigentümer des Bockenemer Dichtungs-Herstellers Meteor, baut ihre Position als Automobil-Zulieferer weiter aus. Aequita übernimmt vom Friedrichshafener ZF-Konzern den Geschäftsbereich Electronic Interfaces, der unter anderem Schalthebel-Systeme sowie haptische Bediensysteme für die Automobilindustrie herstellt.
ZF wollte sich von dieser Produktlinie im Rahmen seines Konzernumbaus, zu dem auch die Übernahme von Wabco mit Niederlassungen in Laatzen und Gronau gehörte, trennen. Aequita, das seine Position durch Zukauf von Zuliefererbetrieben vor allem in Deutschland stetig ausbaut, einigte sich jetzt mit ZF über den Kauf, wie beiden Unternehmen am Montag bekanntgaben. Zum Kaufpreis äußerten sie sich aber nicht. Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen.
Zentrale in Diepholz
Der besagte ZF-Bereich entwickelt und produziert mit rund 750 Mitarbeitern in Deutschland, China, Mexiko und den USA. Hauptsitz ist das niedersächsische Diepholz. Unter der Führung von Aequita soll der Bereich nicht mehr Teil eines großen Konzerns sein, sondern sich als eigenständiger, mittelständischer Technologieführer verstehen. Ähnlich hatte sich Aequita zu Meteor geäußert, nachdem die Münchner Firmengruppe das Bockenemer Unternehmen aus dem japanischen Konzern Toyoda Gosei herausgekauft hatte.
„Die Produktlinie Electronic Interfaces mit ihren zukunftsfähigen, modernen Technologien ist ein versteckter Schatz, den wir heben wollen“, erläutert Axel Geuer, geschäftsführender Gesellschafter von Aequita. „Wir sehen großes Potenzial.“ ZF und Aequita haben die Übernahme aller tariflichen und sonstigen rechtlichen Vereinbarungen für die Belegschaft vereinbart.
