Investitionen im Kreis Hildesheim

Meteor startet Millionen-Bauten in Bockenem

Bockenem - Das Unternehmen sieht in dem aktuellen Großprojekt ein klares Bekenntnis zum Standort Bockenem und äußert sich gleichzeitig zur Fabrik in Rumänien. Die Firma gewinnt neue Aufträge – auch jenseits der Autoindustrie.

Baustelle Meteor: Der Dichtungs-Hersteller investiert in Bockenem 3 Millionen Euro in zwei neue Logistikhallen. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Bockenem - Mit einem internen ersten Spatenstich hat der Bockenemer Automobil-Zulieferer Meteor den Bau zweier Logistikhallen auf dem Werksgelände gestartet. Insgesamt gut 3 Millionen Euro gibt das Unternehmen dafür aus, noch vor Weihnachten sollen die Gebäude stehen. Die Neubauten sollen vor allem die Logistik im Werk extrem verbessern. Die Geschäftsführung betonte zudem, das Projekt sei ein weiteres klares Bekenntnis zum Standort Bockenem – auch wenn Meteor auch seinen Standort in Rumänien stärkt.

Zur Feier des Tages wollte Meteor nichts dem Zufall überlassen: Rund zwei Dutzend Beschäftigte, zumeist Führungskräfte, waren für den offiziellen Baustart zusammengekommen. Wer nicht doppelt geimpft war, musste sich vor Beginn einem Schnelltest unterziehen. Externe Gäste hatte die Firma gar nicht erst eingeladen. Wegen Corona, vor allem aber, „weil das heute auch ein klares Signal an die Belegschaft sein soll, dass Meteor in Bockenem investiert und an den Standort glaubt“, wie Mit-Geschäftsführer Christian Schneider betonte.

Das Ende der Außenlager

Hintergrund: Aktuell verhandelt das Unternehmen mit der Gewerkschaft IG BCE über befristete Lohneinbußen als Beitrag zur angestrebten Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Angesichts der Vorgeschichte mit einer Insolvenz und zwei Eigentümerwechseln ist die Skepsis groß. „Das verstehen wir auch“, betont Schneider. „Aber seit der Übernahme Anfang 2020 wurde wirklich viel Geld in Maschinen, Anlagen, Digitalisierung und jetzt eben auch die Hallen gesteckt, es tut sich was.“ Im Grunde holten die jetzigen Eigentümer in kurzer Zeit nach, was 15 Jahre lang versäumt worden sei.

Mithilfe der neuen Gebäude will Meteor deutlich effizienter und auch umweltfreundlicher werden. Seine insgesamt 18 Außenlager will das Unternehmen nach und nach auflösen. „Derzeit fahren wir ein Profil insgesamt 34 Kilometer durch die Gegend, bevor es auf den Weg zum Kunden geht – künftig werden es nur noch 600 Meter sein“, macht Firmenchef Robert Roiger die Dimension deutlich.

Was in Rumänien läuft

Die neuen Logistikhallen entstehen deshalb direkt neben der Extrusion – wo aus Rohgummi Profile geformt werden – und einer weiteren Fertigungshalle auf zwei bisherigen Freiflächen. Sie sollen jeweils etwa 70 Meter lang und 11,50 Meter hoch werden.

In einer der beiden Hallen soll auch Material gelagert werden, das für die Endfertigung im Meteor-Werk im rumänischen Arad gedacht ist. Die Fabrik stand bisher kaum im Fokus, Meteor hat sie vom früheren Eigentümer Toyoda Gosei übernommen. „Wir verlagern vor allem Aufträge von den alten Toyoda-Gosei-Standorten in Tschechien und Großbritannien dorthin, ebenso ein größeres Projekt aus Worbis“, sagt Christian Schneider. Aber auch Bockenemer Aufträge würden in Teilen dorthin verlagert. „Das gehört alles dazu, um wirtschaftlich zu arbeiten.“

Produktion in Bockenem

Dennoch solle Meteor nicht nur die Unternehmenszentrale für Forschung und Entwicklung sein, sondern auch künftig in erheblichem Maße Fertigungsstandort bleiben, versicherte Schneider: „Sonst bräuchten wir hier ja nicht zu bauen.“

Hinzu komme: Meteor habe zwar erst kürzlich wieder zwei Großaufträge von Automobil-Herstellern bekommen, gewinne – auch dank gezielt dafür eingestellter Experten im Vertrieb – aber auch immer mehr Bestellungen aus anderen Industriebranchen. „Das ist dann oft keine Massenproduktion wie fürs Auto, sondern eher differenzierter – und das läuft zum Beispiel auf jeden Fall hier.“

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