Tierschutz

Millionen-Projekt Tierheim-Neubau: Präsident des Tierschutzbundes fordert Hildesheimer mit Wette um finanzielle Unterstützung heraus

Hildesheim - Das Hildesheimer Tierheim wird in drei Bauabschnitten komplett neu gebaut – ein Millionen-Projekt, dessen Finanzierung schon in großen Teilen gesichert ist. Dennoch werden noch Spenden und Sponsoren benötigt.

Die alten Gebäude auf dem Gelände des Tierheims sollen abgerissen und in drei Bauabschnitten durch Neubauten ersetzt werden. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Viele Gebäude im Hildesheimer Tierheim haben ihre beste Zeit schon lange hinter sich gelassen. Die meisten Zwingeranlagen sind Anfang der 1970er Jahre gebaut worden. Nun sollen die alten Gebäude in drei Abschnitten abgerissen und durch neue ersetzt werden. Die Kosten für das Projekt bewegen sich im niedrigen siebenstelligen Bereich, so die Hildesheimer Tierschützer. Exakt seien die Kosten noch nicht ermittelt. Das Projekt ist nun dem Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, vorgestellt worden.

Nein, in Hildesheim sei er in seiner zwölfjährigen Amtszeit noch nie gewesen. Wohl aber wisse Schröder, dass das Heim zu den Vorzeigeeinrichtungen im Land gehöre. Denn es werde sehr professionell geführt. Außerdem ist es dem Tierschutzverein bereits gelungen, einen großen Teil der Finanzierung zu sichern. Dennoch müssen noch Spenden gesammelt werden. „Wenn wir genauere Zahlen haben, wollen wir das Projekt den Kommunen vorstellen“, erklärte Schatzmeisterin Monika Pröbsting. Verbunden ist das mit der Hoffnung auf finanzielle Unterstützung. „Ich wette um 5000 Euro, dass die Hildesheimer es nicht schaffen, bis zum 1. Juni 5000 Euro für das Hildesheimer Tierheim zusammenzubringen“, sagte Schröder vor dem Katzenhaus. Sollte es doch gelingen, legt der Deutsche Tierschutzbund noch einmal 5000 Euro drauf, so dass das Heim ein Plus von 15 000 Euro in der Kasse hätte. Das freute die Schatzmeisterin Monika Pröbsting ebenso wie die zweite Vorsitzende Karin Wrase und die Leiterin der Einrichtung Sabine Witte.

Komplett neu geplant

Denn was an der Mastbergstraße geplant ist, ist schon eine Herkulesaufgabe. Das Gelände wird komplett neu überplant, dabei achtet Architekt Martin Raube darauf, dass der Baumbestand auf dem Areal nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Im ersten Bauabschnitt wird das Langhaus, beginnend mit den Sandzwingern im Eingangsbereich, abgerissen. Nach Ostern wird damit begonnen. Dabei werden die Bauarbeiter mit dem Material sachte umgehen, um es später für die provisorischen Zwinger zu nutzen. Auf einer der Auslaufwiesen im hinteren Bereich werden Gartenhäuser aufgestellt, die als provisorische Unterkünfte für Katzen dienen sollen. „Im September beginnen die Arbeiten am Neubau“, berichtet Martin Speer, Projektmanager bei Drees und Sommer. Steht der Neubau, ist geplant, das angrenzende Hundehaus zu erneuern, zudem soll eine neue Anlage für Kleintiere gebaut werden. Auch Tierarzt und Büro werden sich nach Abschluss der Bauarbeiten in neuen Räumen einrichten.

Für den Hildesheimer Architekten ist die Arbeit im Tierheim eine Premiere. „Ich finde das super interessant“, sagt Raube, Halter eines Berner Sennenhundes. Auf sich allein wird der Experte bei der Planung nicht gestellt sein. Ihm stehen die Hildesheimer Tierschützer und, wie Schröder erklärte, Tierärzte vom Deutschen Tierschutzbund beratend zur Seite. „Das Wissen wird zusammengepackt“, sagte Schröder.

Schwere Zeit für Tiere und Mitarbeiter steht bevor

„Für die Tiere und die Mitarbeiter wird die Bauphase eine sehr, sehr schwere Zeit“, erklärte Monika Pröbsting. Deshalb soll in der Zeit die Aufnahme von Tieren begrenzt werden. In Notfällen werden umliegende Tierheime um Unterstützung gebeten. Auch wenn alle enger zusammenrücken werden – drei Hundewiesen bleiben als Auslaufe auch während der Bauarbeiten erhalten.

Der Tierschutzverein Hildesheim und Umgebung ist einer von 740 Vereinen, die dem Deutschen Tierschutzbund angehören. „Wir versuchen in Tierschutz-, aber auch bei übergeordneten Fragen zu helfen“, erklärte Schröder. In erster Linie litten die Tierheime aktuell unter der Rückgabeflut von in der Pandemie angeschafften Tieren. Darunter viele schwierige Hunde. Hinzu kämen finanzielle Probleme, denn viele Kommunen kämen ihrer Aufgabe, die Tierheime zu unterstützen, nicht ausreichend nach, so Schröder. In Hildesheim, so wurde ihm versichert, sei dies anders.

Seit 1971 an der Mastbergstraße

Die Einrichtung zog 1971 an die Mastbergstraße. Zuvor hatten herrenlose Tiere ein Obdach in der Bückebergstraße. Das Domizil musste dem Innerste-Brückenbau weichen. Die neue Anlage wurde in einfacher Bauweise errichtet und in den vergangenen Jahren teilweise verändert, so dass die Tiere mehr Platz hatten. Im Dezember 2022 ist der Bau eines Hundehaus abgeschlossen worden.

Wetten?

Wer gegen die Wette des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes halten möchte, kann sich mit einer Spende unter dem Stichwort „Neubau“ IBAN: DE47 2595 0130 0000 0010 09 beteiligen.

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