Haushalt 2026

Millionendefizit: Diekholzen muss sparen – aber wie?

Diekholzen - Diekholzens Gemeinderat hat den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen, glücklich darüber ist aber niemand. Denn die Gemeinde verzeichnet mittlerweile ein Defizit von rund 1,4 Millionen Euro – und muss künftig gegensteuern.

Der Diekholzener Haushalt für das Jahr 2026 steht. Im Rathaus wird man aber künftig sparen müssen. Foto: Chris Gossmann

Diekholzen - Der Diekholzener Gemeinderat hat den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen – Freude darüber war in seiner Dezembersitzung aber nicht zu beobachten. Denn die Zeiten, in denen die Gemeinde finanziell gut dastand, sind vorbei; Diekholzen startet mit einem Defizit von rund 1,4 Millionen Euro in das Jahr 2026. Und so beschloss der Rat am Donnerstag nicht nur den Haushalt, sondern auch die Planung eines sogenannten Haushaltssicherungskonzepts. Mit anderen Worten: Die Gemeinde muss sparen.

Wie, das soll künftig eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Verwaltung und aller Parteien und Gruppen im Gemeinderat herausfinden. Für die Diekholzener Ratsmitglieder ist das Neuland – und führte so auch zu einer Debatte am Donnerstag. Helmut Berchelmann (FDP) stieß sich etwa an möglichen Sparvorschlägen der Verwaltung in Höhe von insgesamt rund 200.000 Euro. Bei einem Minus von fast anderthalb Millionen Euro seien diese Einsparungen „kosmetischer Natur“, bemängelte er. „Wir müssen daher über die freiwilligen Leistungen der Gemeinde sprechen“, so der FDP-Politiker – dort sehe er größeres Sparpotenzial. Kolja Leffers (SPD) zeigte sich skeptischer, machten doch freiwillige Leistungen wie das Organisieren von Seniorenfahrten seiner Ansicht nach das Dorfleben überhaupt erst aus.

Minus im Haushalt sei mittlerweile unabwendbar

Auch Christoph Glados (Unabhängige) glaubte nicht daran, dass die Streichung freiwilliger Leistungen der Gemeinde den nötigen Geldsegen beschere. Zumal er bezweifelte, dass sich der Rat überhaupt dazu durchringe, diese Ausgaben zu kürzen. Jahr für Jahr höre er diese Forderung: „Aber am Ende tun wir nichts, wir lügen uns da in die Tasche.“

Glados plädierte dafür, das Defizit im Haushalt nüchterner zu betrachten. Denn auf Kreis-, Landes- und Bundesebene häuften sich die Schulden schließlich auch. Und da diese Ebenen immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden verteilten, ohne sie angemessen finanziell zu unterstützen, sei ein Loch im Haushalt unausweichlich. „Alle anderen machen Schulden“, sagte der Unabhängige, „dann machen wir halt auch Schulden.“ Dem wollte sich Martin Scholz nicht anschließen. Der Grünen-Politiker kritisierte den Haushalt des kommenden Jahres und warf der Verwaltung vor, das Geld für „irrelevante Maßnahmen“ auszugeben – Scholz sprach von „Projekteritis“. Zusammen mit Berchelmann stimmte er gegen den Haushalt, Thomas Hausmann (Grüne) enthielt sich. Die restlichen Ratsmitglieder stimmten mit Ja ab.

Gemeinde hofft auf Bundesförderung für die Sportstätten

Für das kommende Jahr investiert die Gemeinde damit mehr als 2 Millionen Euro in mehrere Projekte, darunter den Kauf des alten Sparkassen-Gebäudes (380.000 Euro), den Beginn der Sanierung der Steinberghalle (50.000 Euro) und den Kauf von PV-Anlagen (100.000 Euro). 350.000 Euro sind zudem für die Sanierung des maroden Sportplatzes des SV Hildesia Diekholzen veranschlagt. Allerdings hofft die Gemeinde sowohl hier, als auch bei der Sanierung der Steinberghalle auf eine mögliche Förderung des Bundes – zwei entsprechende Bewerbungen für die sogenannte „Sportmilliarde“ beschloss der Rat einstimmig.

Ebenfalls einmütig trugen die Ratsmitglieder den Vorschlag der Verwaltung mit, den im Juni neu beschlossenen Wasserpreis wieder rückgängig zu machen – hier drohte ein juristischer Konflikt mit der Kommunalaufsicht des Landkreises Hildesheim. Stattdessen beschlossen die Politikerinnen und Politiker nun einen neuen Preis ab dem 1. Januar 2026: Künftig liegt der Bezugspreis bei 2,35 Euro pro Kubikmeter, die monatliche Grundgebühr steigt auf 12 Euro – im Schnitt bedeute das für eine Person rund 60 Euro Mehrkosten im Jahr, wie Gemeindekämmerer Marius Mogck angab.

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