Im Dezember suspendiert

Missbrauch in Hildesheim? Propst von Duderstadt gibt Ämter ab

Duderstadt - Der Propst von Duderstadt hat seine Ämter nach einem Missbrauchsvorwurf aufgegeben. Er soll im Raum Hildesheim in den 1980er Jahren einer Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben.

Der Propst von Duderstadt hat seine Ämter aufgegeben – er soll im Kreis Hildesheim eine Jugendliche missbraucht haben. Foto: Chris Gossmann/HAZ-Archiv

Duderstadt - Der Propst von Duderstadt hat seine Ämter nach einem Missbrauchsvorwurf aufgegeben. Er soll im Kreis Hildesheim in den 1980er Jahren einer Jugendlichen sexuelle Gewalt angetan haben. Der Geistliche wuchs in Emmerthal bei Hameln auf, nach seiner Weihe war er drei Jahre lang als Kaplan in Hildesheim tätig. Später arbeitete er als Schulseelsorger in Hannover und war 20 Jahre Pfarrer in Hannoverschen Kirchengemeinden. Seit Ende 2010 ist er in Duderstadt tätig. Bis zu seinem Rücktritt fungierte er auch als Bischöflicher Kommissarius für das Untereichsfeld.

Bischof Heiner Wilmer habe den Amtsverzicht bereits angenommen, teilte das katholische Büro Göttingen mit. Mit dem Amtsverzicht habe der im Dezember beurlaubte Priester eine Neubesetzung der Stelle in Duderstadt ermöglichen wollen.

Ermittlungen eingestellt

Nach Mitteilung des Bistums hatte sich im November eine Frau mit dem Vorwurf gemeldet, sie sei Anfang der achtziger Jahre im Alter von 15 bis 18 Jahren von dem Geistlichen, der nach HAZ-Informationen heute Anfang 60 ist, missbraucht worden. Das Bistum stellte Strafanzeige und leitete eine kirchenrechtliche Untersuchung ein.

Wie das katholische Büro Göttingen am Freitag mitteilte, wurden die staatsanwaltlichen Ermittlungen inzwischen eingestellt, aufgrund der langen Zeitspanne sind die Vorwürfe verjährt.

Beurteilung durch den Vatikan

Das kirchenrechtliche Untersuchungsverfahren gegen den Geistlichen ist indes noch nicht abgeschlossen. Hier steht eine Beurteilung durch den Vatikan noch aus. Dies kann Konsequenzen etwa für die Pensionsansprüche des Priesters haben.

Einem Serientäter hatte die Kirche im vergangenen Jahre die Pension auf ein Mindestmaß zur Grundsicherung im Alter gekürzt. Außerdem war der Pater aus dem Klerikerstand entlassen worden, das höchste Strafmaß, das ein Kirchengericht verhängen kann.

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