Polizeibericht

Mit bis zu 230 km/h durch Schneewehen: Verfolgungsfahrt auf der B6 bei Hildesheim

Giesen - Die Polizei berichtet von einer abenteuerlichen nächtlichen Verfolgungsfahrt auf der Bundesstraße 6 durch den Hildesheimer Nordkreis. Am Steuer ein 20-Jähriger, mit im Wagen zwei Jugendliche. So ging die gefährliche Flucht aus.

Die Hildesheimer Polizei hatte einen spektakulären Einsatz. Foto: ChrisGossmann

Giesen - Mit bis zu 230 Stundenkilometern, so die Schätzung der Polizei, ist ein 20-Jähriger in der Nacht zum Sonntag von Giesen aus vor einem Streifenwagen durch den Hildesheimer Nordkreis geflüchtet – durch Schneeverwehungen und über rote Ampeln. Die Verfolgungsfahrt endete schließlich in Ingeln-Oesselse. Mit im Wagen saßen eine 14-Jährige und ein 16-Jähriger.

Es war 0.42 Uhr, als der schwarze BMW einer Zivilstreife der Polizei auf der Emmerker Straße in Giesen auffiel. Der Grund: Er hatte keine Kennzeichen. Der Streifenwagen wendete und folgte dem Auto. Das fuhr mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Hasede. Dort stoppte der Wagen an einer roten Ampel vor der Einmündung in die Bundesstraße 6. Als der Fahrer mitbekam, dass in dem Zivilfahrzeug hinter ihm Polizisten saßen, die ihn kontrollieren wollten, gab er Gas – obwohl die Ampel immer noch Rot zeigte. Der BMW raste in Richtung Hannover, der 20-Jährige ignorierte Haltezeichen, Blaulicht und Martinshorn.

Wagen kommt ins Schleudern

Selbst gefährliche Schneeverwehungen konnten ihn nicht davon abhalten, auf Geschwindigkeiten zwischen 180 und geschätzten 230 km/h zu beschleunigen. Kurios: Vor dem Blitzer am Kipphut bei Sarstedt bremste der Flüchtende kurz ab und fuhr langsamer – offensichtlich, weil das Gerät nicht auslösen sollte, vermutet die Polizei, die zu diesem Zeitpunkt weiter hinter ihm her war. An einer Schneewehe bremste der 20-Jährige so stark ab, dass der BMW ins Schleudern geriet, doch der Fahrer bekam den Wagen wieder unter Kontrolle.

Endstation Ingeln-Oesselse

In Gleidingen bog der Mann nach rechts in Richtung Ingeln-Oesselse ab. Dort hielt er dann freiwillig auf dem Parkplatz eines Supermarktes an und ergab sich. Offenbar hatten die beiden jugendlichen Mitfahrer ihn vorher mehrfach darum gebeten. Die polizeiliche Prüfung ergab, dass der BMW weder angemeldet noch versichert war. Auf den 20-Jährigen kommt nun auch ein Verfahren wegen eines verbotenen Autorennens zu.

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