Hildesheim - Käsekuchen. Beim Grübeln, welchem Thema ich meine Kolumne an diesem Wochenende widmen könnte, schwanke ich zwischen zwei Ks: Kuscheltier und Käsekuchen. Beides süß, beides wichtig, ja geradezu unverzichtbar. Da ich aber bis Ostern auf Süßigkeiten verzichte, liegt mir der Käsekuchen gerade ganz besonders am Herzen. Wenn ich irgendwo in ein Café gehe und die Karte ein unglaubliches Kuchensortiment ausweist, lande ich trotzdem immer beim – na klar: Käsekuchen.
Die Königin
Die Königin unter den Kuchen. Und was es für Unterschiede gibt! Diese trockenen Exemplare, die einem quasi von der Gabel bröseln und denen die Süße fehlt. Oder den Fluffy, der so zart und cremig ist, dass er auf der Zunge schmilzt. In Verbindung mit dem perfekten Mürbeteigboden eine Offenbarung. Hach. Ich schätze mal, es gibt es etwa 123.876 verschiedene Rezepte weltweit.
Die Schweizer waren es nicht
Doch wer hat‘s erfunden? Nein, nicht die Schweizer, die Griechen sollen es gewesen sein. Ich habe nachgelesen, das älteste überlieferte Rezept stammt von einem griechischen Physiker aus dem 16. Jahrhundert. In einem Kochforum im Internet habe ich 4187 Käsekuchenrezepte entdeckt. Darunter Omas Käsekuchen, einen ohne Boden, mit Früchten oder Baiser als Krönung, vom Blech oder in der Form, und und und. Würde man jeden Sonnabend einen Käsekuchen aus diesem Rezeptfundus backen, würde man – lassen sie mich nachrechnen – ähm, ziemlich viele Jahre hinkommen.
Den Nachbarn schenken?
Gerade habe ich eine Anleitung für einen Wolkenkäsekuchen gefunden. Der sieht so lecker aus, dass ich ihn unbedingt backen will. Bloß wie bekomme ich das mit dem Süßigkeitenverzicht hin? Entweder backe ich ihn heute, verschenke ihn an die Nachbarn und frage, wie er denn so war. Oder ich warte bis Karfreitag. Ist Käsekuchen eigentlich etwas Süßes oder kann man das auch als Käsebrot durchgehen lassen?
