Kolumne „Zweitstimme“

Mitmachen, nicht meckern in der Hildesheimer Politik

Hildesheim - Von außen werden die Beschlüsse der Politik oft heftig kritisiert. Doch wie wäre es, wenn sich mehr Menschen selbst politisch engagieren würden? Darum geht es in dieser Woche in der Kolumne „Zweitstimme“ von HAZ-Redakteur Rainer Breda.

In der Kolumne „Zweitstimme“ schreibt Rainer Breda über die Politik in Hildesheim. Foto: HAZ

Hildesheim - Politik kann immer nur so gut sein wie das Personal, das sie macht: Das gilt für die Bundesregierung und den Bundestag, aber auch für Kreistag, Stadt- und Gemeinderäte sowie Ortsräte. Letztere werden in Niedersachsen im nächsten Jahr neu besetzt – im Herbst 2026 stehen Kommunalwahlen an. Manche Parteien auf lokaler Ebene haben bereits angefangen, sich mit der Kandidatensuche zu beschäftigen. Und sie tun gut daran. Denn der Hang vieler Menschen, die Politik insgesamt und auch die kommunalen Bürgervertretungen zu kritisieren, ist deutlich stärker ausgeprägt als die Bereitschaft, sich selbst politisch zu engagieren.

Doch gerade von diesem Engagement lebt die so genannte kommunale Selbstverwaltung: Dass nämlich Menschen dazu bereit sind, sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für ihren Ort, ihre Gemeinde und ihre Stadt einzusetzen. In den vergangenen Jahren konnte die eine oder andere Partei dabei nicht aus dem Vollen schöpfen: Mag das Interesse an den vorderen Plätzen auf den Wahllisten auch ausgeprägt gewesen sein – nach hinten nahm es eher ab, was sich letztlich hin und wieder auch in der Qualität der Bürgervertreter niederschlägt. Dabei liegt in deren Händen eine Menge Verantwortung; so entscheiden beispielsweise die Hildesheimer Ratsmitglieder über einen 500-Millionen-Euro-Haushalt. Klar – es ist leichter, Beschlüsse von außen zu kritisieren, als in stundenlangen Sitzungen mit anderen um die beste Lösung für die Kommune zu ringen. Doch das zweite fühlt sich auf Dauer garantiert besser an, als nur wohlfeil von der Zuschauertribüne zu meckern.

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