Event am Hohnsensee

So kommt der Hildesheimer Mittelaltermarkt unter Corona-Bedingungen an

Hildesheim - Der Mittelaltermarkt am Hohnsensee erweist sich als Besuchermagnet. Die vielen Ritter, Gaukler und Musiker sind auch mit Hygieneabstand sehr attraktiv.

Mit Helm, Visier und Maske: Der Mittelaltermarkt am Hohnsen lockt am Wochenende die Besucher bei schönstem Sommerwetter an. Foto: Geoffrey May

Hildesheim - Der fünfjährige Ole schwang mit einem lauten Schrei ein kleines Holzschwert. Sein Kampfgeist war geweckt. Mit ernster Miene zog er auf ein wortloses Signal seiner Mutter seinen bunten Mund-Nasen-Schutz, der unter dem Kinn hing, ordentlich an seinen Bestimmungsort. Mutter und Sohn besuchten am Sonnabend wie hunderte weiterer Besucher den Mittelaltermarkt am Hohsensee.

Anfassen ist nur bedingt möglich

Auf dem weitläufigen Gelände der Jo-Wiese war der Bär los: Zahlreiche Besucher reisten in die Vergangenheit. Dank der Ritter, Gaukler, Handwerker, Heerlager und Musik im mittelalterlichen Stil erlebten sie Geschichte zum Anfassen – Anfassen war allerdings nur bedingt möglich, teilweise nur nach vorheriger Desinfektion. Zelte und Stände standen mit reichlich Abstand auf den Grünflächen und in der Nähe des Ufers verteilt.

Handwerker und Händler boten ihre Waren feil. Neugierig machten Besucher lange Hälse, um das mutige, kraftvolle Treiben beim Schwertkampf zu beobachten. Dabei galt für sie Abstand halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Denn in diesem Jahr galt ein Pandemie-Plan für das gesamte Spektakel.

Besucher zeigen Verständnis

„Die Besucher halten sich weitgehend an die Vorgaben. Sie sind verständnisvoll, wenn man sie an die Maskenpflicht erinnert“, sagte Hauke Bensch vom Verein Vereinte Banner. Er und die Event Werft, sie ist Betreiber der Jo-Wiese, hatten den mittelalterlichen Markt organisiert.

„Feeling kommt trotz Corona auf. Die Leute und den Markt zu sehen, ist wie nach Hause kommen“, betonte Besucherin Isme Busse aus Minden, die ab und an selbst mit einem Lager an einer mittelalterlichen Veranstaltung teilnimmt. Bei ihrem Rundgang wurde sie von Olaf Sperling aus Merseburg begleitet. Angetan und überrascht war er von der Weitläufigkeit des Markts, den durch Seile kenntlich gemachten Heerlagern. Die durften Besucher nicht ohne weiteres betreten. Zugleich dienten sie dazu, die vielen Menschen geschickt auf dem Gelände zu verteilen.

Zweieinhalb Stunden nach der Öffnung hatte Anne Köppelmann von der Event Werft am Eingangsbereich bereits 570 Menschen gezählt. Ein Kollege zählte parallel am Ausgang und nahm die Kontaktdaten der Besucher auf – 1000 Gäste dürfen laut Corona-Verordnung zeitgleich den Markt besuchen. Helga Teichmann aus Schaumburg fand die permanente Masken-Pflicht auf dem Areal dennoch merkwürdig. Bei einer vergleichbaren Veranstaltung in Bückeburg habe diese Regelung nur im Eingangsbereich und an den Ständen gegolten – nicht aber unter freiem Himmel gegolten.

Am Sonntag endet der Mittelaltermarkt am Hohnsensee gegen 18 Uhr.

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