Neue Moschee

Hildesheimer Gemeinde wünscht sich eigenen Namen für Platz vor ihrer neuen Moschee

Drispenstedt - Die türkisch-islamische Moschee-Gemeinde wünscht sich einen „Selimiye-Platz“ vor ihrer Tür. Aber bei der Stadt und im Ortsteil gibt es Vorbehalte.

Die türkisch-islamische Moschee-Gemeinde baut den ehemaligen Elektronikmarkt Medimax gerade zur Moschee um. Foto: Julia Moras

Drispenstedt - Die türkisch-islamische Selimiye-Gemeinde in Hildesheim, die gerade vom Bischofskamp in den ehemaligen Elektronikmarkt Medimax gezogen ist, wünscht sich am neuen Ort einen Straßen- oder Platznamen, der auf seine Moschee hinweist. „So etwas wie Selimiye-Platz“, sagte Vorstandsmitglied Melanie Gündüz am Dienstagabend im Ortsrat Drispenstedt. Derzeit trage der ganze Komplex lediglich die allgemeine Bezeichnung Kennedydamm 33. Aber die Gemeinde, die ausdrücklich mehr ins Zentrum gesellschaftlichen Lebens rücken will, wünscht sich einen persönlichere Namen.

Allerdings machten sowohl Rathaus-Vertreterin Jasmin Weprik als auch Ortsbürgermeister Arne Heims deutlich, dass dies schwierig sei. Der vordere Teil trage den Straßennamen Kennedydamm, der hintere Güldenfeld. „Die Straße auf den paar Metern mit noch einem weiteren Namen zu versehen, ist nicht sinnvoll“, sagte Heims. Verwaltungsmitarbeiterin Weprik verwies darauf, dass eine Ausnahme an dieser Stelle auch deshalb nicht geboten sei, weil sie Begehrlichkeiten wecken könnte. „So etwas muss einheitlich sein, sonst kommen auch andere und wollen, dass wir Plätze nach ihnen benennen.

Gemeinde will mehr am öffentlichen Leben teilnehmen

Die Vertreter der Gemeinde, die die Immobilie wie berichtet von ihrem türkisch-islamischen Dachverband Ditib mit Sitz in Köln erhalten hat, zeigte sich enttäuscht über die Entscheidungen der Stadtverwaltung und des Ortsrats. Gleichzeitig bekräftigten sie ihren Wunsch, am öffentlichen Leben im Stadtteil wie in der ganzen Stadt teilzunehmen. Jeder sei eingeladen, selbst vorbeizukommen und die neuen Nachbarn und ihre Moschee kennenzulernen. „Unsere Tür steht für jeden offen“, sagte Melanie Gündüz.

Auch Heims betonte, dass eine Entscheidung gegen den Platz-Namen nichts mit der Aufnahme der Moschee zu tun habe. „Drispenstedt ist ein offener Stadtteil, in dem Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Glaubensrichtung friedlich zusammenleben“, sagte er. Das erstrecke sich künftig auch auf die neue Moschee und ihre Mitglieder. Heims bot zudem an, der Moschee-Gemeinde dabei zu helfen, Kontakte im Stadtteil zu knüpfen.

Stadt will ihre Grünflächenpflege justieren

Weprik kündigte während der Sitzung an, dass die Stadt ihre Grünflächenpflege auch in Drispenstedt neu justieren will. Die städtischen Mitarbeiter sollen künftig weniger rigoros vorgehen – was in der Vergangenheit immer wieder für reichlich Ärger gesorgt hatte, nicht nur in Drispenstedt. „Es soll alles etwas ökologischer werden“, sagte Weprik. Das bisherige „auf den Stock setzen“ etwa, also der radikale Rückschnitt von Sträuchern, Büschen und anderen Gewächsen, soll jetzt im Vorfeld mehr mit dem Ortsrat abgestimmt werden. „Aber dafür benötigen wir natürlich das Knowhow aus dem Gremium“, sagte Weprik. Politiker aller Fraktionen lobten die neue Vorgehensweise der Stadt.

Nach den Sommerferien Geschwindigkeitsmessungen

Die Verwaltung kündigte zudem an, dass die Stadt nach den Sommerferien an drei Stellen im Stadtteil die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge messen will. „Dort wird aber nicht geblitzt, sondern lediglich gemessen“, kündigte Weprik an. Die Messungen sollen Daten zu möglichen Geschwindigkeitsübertretungen liefern - und damit möglicherweise für weitere Schritte. Das Thema „Raser im Ort“ kommt im Ortsrat – zusammen mit den Themen Verkehrsbelastung und Lärmbelästigung – immer wieder auf die Tagesordnung. Gemessen werden soll an der Hildebrandstraße in Höhe Gebauerstraße, in der Ehrlicherstraße Höhe Friedrich-Lekve-Straße und in der Peiner Landstraße in Höhe der Werkstatt.

Jetzt doch: Friedhofstoilette kommt

Eine gute Nachricht hatte Weprik noch für Besucher des Friedhofs: Nach anhaltenden Forderungen insbesondere aus Reihen der CDU nach einer Toilette will die Stadt jetzt ein WC einrichten. Ein Anschluss an das öffentliche Abwassersystem sei zwar aus Kostengründen nicht möglich. „Aber wir werden dort ein biologisches WC einrichten“, kündigte Weprik an. Also eine chemiefreie Trockentoilette.

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