Internationales Festival

Musiktage im Hildesheimer Südkreis: Darauf können sich Musikfans im Sommer freuen

Freden - Die „Zwanzigerjahre“ sind dieses Jahr das Titelthema der Internationalen Fredener Musiktage. Gemeint sind nicht nur die „Goldenen Zwanziger“.

Das Ensemble Quinton spielt Sonntag, 28. Juli, in der Zehntscheune. Foto: Astrid Ackermann

Freden - Eine Zeitwende sollen die 2020er sein, und damit stehen sie in langer Tradition. In den 1920ern tanzte man auf dem Vulkan und 100 Jahre zuvor rangen Klassik und Romantik um Herzen und Geist der Menschen. Bis in die Barockzeit der 1620er und dem Hinwenden zur Vergänglichkeit lässt sich die Linie ziehen. Kurzum: Wer sich für Kunst und Gesellschaft interessiert, den können diese Dekaden faszinieren und offenbar gehören Utz Köster und Adrian Adlam dazu. Denn den „Zwanzigerjahren“ widmen sich die Internationalen Fredener Musiktage in diesem Jahr.

Offenbar stehen die Festivalmacher mit ihrer Faszination nicht allein. „Der Vorverkauf steht schon jetzt da, wo wir letztes Jahr erst Anfang Juli waren“, verrät Köster. Vor allem das Ensemble BachWerkVokal Salzburg sei „gut nachgefragt“. Dienstag, 30. Juli, spannt das Vokal- und Instrumentalensemble einen musikalischen Bogen über fünf Jahrhundert. Die „Linie 20 hin und retour“, wie der Programmpunkt heißt, führt in der Kirche Winzenburg über Werke von Schütz, Bach, Beethoven, Schubert, Schönberg sowie eine kollektive Improvisation auf einen Text von Anja Bachl.

Der Vorverkauf läuft schon gut

Das Publikum hat das Ensemble schon letztes Jahr „unglaublich gut“ angenommen, erinnert Köster. St. Georg war ausverkauft, sowohl der Deutschlandfunk als auch der NDR übertrugen das Konzert beziehungsweise die Aufnahme. Auf einen ähnlichen Publikumserfolg hofft Köster beim LeipJAZZig-Orkester. Freitag, 2. August, spielt die Gruppe unter anderem die Rhapsody in Blue in der Zehntscheune. Die Aussicht auf eine Jazz-Version der Gershwin-Klassiker kurbelt den Vorverkauf jetzt schon an. Eher schleppend bleibt hingegen der Programmpunkt danach. Ab 22 Uhr spielt das Historical Swing Dance Orchestra im Ballsaal vom Hotel Steinhoff. Bisher verspüren aber wenig Menschen wohl Lust, das Tanzbein zu Charleston, Ragtime und Swing zu schwingen. „Da ist noch Luft nach oben“, gibt Köster zu.

Musikalisch sieht er die Fredener Musiktage weiterhin auf hohem Niveau. Der diesjährige Kompositionsauftrag stammt von Sven Ingo Koch und ist Teil eines literarisch-musikalischen Abends. Donnerstag, 1. August, gestalten diesen Schauspieler Heikko Deutschmann und Ulf Schneider an der Violine mit Jan Philipp Schulze am Klavier. „Sie haben das Programm für uns zusammengestellt“, betont Köster. Deutschmann, den er als Schauspieler sehr schätze, und Schneider, der den Fredener Musiktagen lange schon verbunden ist, hat er bereits in Trier gesehen. „Ich war wirklich begeistert.“

Montag ist kein Ruhetag

Zur Eröffnung, zum Bergfest und zum offiziellen Abschluss gibt die camerata freden Konzerte in unterschiedlicher Besetzung. Das Ensemble Quinton, das gerade den Deutschen Musikwettbewerb gewonnen hat, kommt ins Leinebergland. Sängerin Salome Kammer und Maria Reiter am Akkordeon bringen die 1920er ins Fagus-Werk. Begleitend sind Bilder von Bernhardino Toppi und Skulpturen von Manuel Díez Rollán in der Zehntscheune zu sehen. Manuel Donato Díez gibt zur Vernissage am Samstag, 27. Juli, um 18 Uhr eine Werkeinführung in das Schaffen seines Vaters.

Der Montag, 29. Juli, ist in der Festivalwoche eigentlich Ruhetag. Dieses Jahr zeigen die Fredener Musiktage aber in Zusammenarbeit mit dem Mobilen Kino Niedersachsen zwei Filme aus den 1920ern. Kinder und Familien können um 15 Uhr im Ballsaal von Hotel Steinhoff mit „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ den ältesten erhaltenen Trickfilm der Geschichte sehen. Um 19 Uhr steht dann „Metropolis“ auf dem Programm. Dem „Prinzen Achmed“ gehört auch der Epilog. Die Ganztagsferienbetreuung der Regenbogenschule Sarstedt dreht Schattentheaterfilme und führt diese, mit zwei Filmen von Lotte Reiniger, am Dienstag, 6. August, im Ballsaal von Hotel Steinhoff auf. Das Orchester im Treppenhaus aus Hannover spielt Musik dazu.

Hier gibt es Tickets – und hier Probleme

Volles Programm also, was Köster und sein Team wie jedes Jahr fordert. Zumal während der Sommerkonzerte wohl auch die Leinebrücke halbseitig gesperrt ist. Die Vorfreude lässt sich Köster davon aber nicht trüben. „Wir kriegen alles hin.“

Tickets für die Konzerte sind im Festivalbüro, Am Schillerplatz 2, in Freden, telefonisch unter 0 51 84/95 01 79, an allen Reservix-Vorverkaufsstellen sowie online erhältlich. Das Festivalbüro ist montags von 14.30 bis 16.30 Uhr, mittwochs von 10.30 bis 12.30 Uhr und freitags von 10.30 bis 12.30 Uhr geöffnet.

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