Schellerten - In Höhe Schellerten muss am Sonntagmittag mindestens ein ICE lange auf seine Weiterfahrt warten. Hintergrund ist ein noch immer mysteriöser Unfall auf der B1. Ein Wagen hatte sich überschlagen und blieb auf den Schienen liegen. Die Hintergründe sind auch am Sonntagabend weiter unklar.
Fakt ist: Der Unfall ereignete sich gegen 11.40 Uhr am Bahnübergang in der Berliner Straße in Schellerten. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei fuhr ein 5er BMW auf der Straße in Richtung Garbolzum. Am Ortsausgang umfuhr der Fahrzeugführer eine Verkehrsinsel, sein Wagen kam im Anschluss auf der regennassen Fahrbahn ins Schleudern und nach links von der Fahrbahn ab. Dort überfuhr er die Ampel am Bahnübergang, durchbrach eine Lärmschutzwand und überschlug sich im Gleisbett der zweispurigen ICE-Trasse. Dort blieb der dunkle BMW mit Peiner-Kennzeichen auf dem Dach liegen.
Insassen flüchten
Zwei Personen haben zu diesem Zeitpunkt vermutlich im Auto gesessen. Sie konnten sich selbstständig aus dem Wagen befreien. Ersthelfer unterhielten sich noch mit den Insassen, bevor diese dann zu Fuß von der Unfallstelle flüchteten. Währenddessen senkten sich die Schranken, ein ICE nahte heran. Über die Bundespolizei wurde sofort ein Notstopp des gesamten Bahnverkehrs auf der Strecke eingeleitet, erklärt ein Sprecher des ermittelnden Polizeikommissariates Bad Salzdetfurth. Der Zug konnte rechtzeitig und in einiger Entfernung zur Unfallstelle anhalten. „Es kam zu keinen Gefährdungen“, sagt der Polizeisprecher. Allerdings gab es erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Die Verspätungen zogen sich bis in den frühen Nachmittag hin.
Neben zwei Fahrzeugen der Polizei Bad Salzdetfurth befanden sich auch drei Fahrzeuge der Polizeiinspektion Hildesheim, ein Fahrzeug der Autobahnpolizei und ein Fahrzeug der Bundespolizei mit im Einsatz. Außerdem war ein Hubschrauber der Bundespolizei über der Einsatzstelle unterwegs – auf der Suche nach den möglicherweise verletzten Insassen.
Polizei zweifelt an Aussagen
Während der Unfallaufnahme erschien dann plötzlich ein 23-jähriger Mann und erklärte den Polizeibeamten, er sei der Fahrer des Wagens gewesen. „Die vorläufigen polizeilichen Ermittlungen lassen jedoch erhebliche Zweifel an dieser Aussage zu“, sagt der Polizeibeamte weiter. Die Ermittlungen zu den Insassen dauern daher weiter an. Zunächst hatte es geheißen, eine Person sei nach dem Unfall ins Krankenhaus gekommen. Das hat sich nicht bewahrheitet.
Die Bahnstrecke blieb bis etwa 13.45 Uhr vollständig gesperrt. Der Schaden an den Bahnanlagen wird auf etwa 15.000 Euro geschätzt. Zudem entstand an dem BMW ein Totalschaden von rund 10.000 Euro. Neben den Polizisten waren auch Frauen und Männer der Feuerwehr Schellerten, ein Rettungswagen, der Notfallmanager der Deutschen Bahn, die Untere Wasserbehörde des Landkreises Hildesheim, sowie ein Abschleppfahrzeug vor Ort.

