Mit Tempo 200 über die Autobahn

Nach Autodiebstählen in Hildesheim: Wilde Verfolgungsjagd endet mit Unfall und Festnahme

Hildesheim/Magdeburg - Die Jagd von zwei Autodieben führte die Polizei in der Nacht zu Donnerstag bis nach Magdeburg, einen Verdächtigen erwischte sie. Ein zweiter Dieb ist weiter auf der Flucht.

Als die Braunschweiger Autobahnpolizei ihn bei einer Routinekontrolle aus dem Verkehr ziehen wollte, gab der Verdächtige sofort Gas und flüchtete. Der Unbekannte entkam schließlich, nachdem er den Audi auf einem Feld hat stehen lassen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim/Magdeburg - Nach einer Verfolgungsjagd mit Geschwindigkeiten von teilweise mehr als 200 Km/h hat die Polizei in der Nacht zu Donnerstag in Sachsen-Anhalt auf der A2 einen mutmaßlichen Autodieb gefasst – den Audi Q5, den der 32-Jährige schließlich bei einem Unfall demolierte, ehe er festgenommen wurde, soll er zuvor im Hildesheimer Gumbinnenweg in Itzum gestohlen haben. Der Mann war offensichtlich nicht alleine auf Diebestour und anschließender Flucht: Ein mutmaßlicher Komplize soll etwa zeitgleich ebenfalls in Itzum zugeschlagen und im Kurt-Degener-Ring einen Audi A6 gestohlen haben – den Wagen konnte die Polizei sicherstellen, doch der Fahrer ist entwischt.

Gestohlene Autos mit Keyless-Go-Systemen

Beide gestohlenen Fahrzeuge verfügen über ein Keyless-Go-System. Kriminelle nutzen diese Funktion immer wieder aus, überbrücken die Signale der in der Nähe der Autos deponierten Sender, können so die Türen öffnen und Motoren starten.

Davon haben die Halter der Audis offenbar nichts mitbekommen – und während sie schliefen, waren die Täter bereits auf der A2 in Richtung Berlin unterwegs. Dort beschloss die Besatzung eines Einsatzwagens der Autobahnpolizei Braunschweig gegen 2.30 Uhr, den Fahrer des Audi A6 mit Hildesheimer Kennzeichen zu einer Routinekontrolle aus dem Verkehr zu ziehen. Doch der dachte überhaupt nicht daran, der Aufforderung nachzukommen – und gab Gas. Er beschleunigte den Wagen umgehend und versuchte, den Beamten zu entkommen, raste dabei mit mehr als 200 Km/h über die A2. Die Braunschweiger Autobahnpolizisten blieben dran, inzwischen hatten sie die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt passiert. Dort steuerte der Flüchtige den Audi an der Anschlussstelle Bornstedt auf die Abfahrt – anschließend verloren die Beamten das Fahrzeug zunächst aus den Augen. Wenig später entdeckten sie das gestohlene Fahrzeug auf einem Feld in der Nähe – doch der Fahrer war verschwunden. Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der die Polizei auch einen Hubschrauber einsetzte, blieb ohne Erfolg.

Ein Dieb flieht – der andere baut einen Unfall

Etwa zeitgleich konnten Einsatzkräfte des Zentralen Verkehrs- und Autobahndienstes der Polizeiinspektion Magdeburg den mutmaßlichen Komplizen des Flüchtigen festnehmen – nachdem er mit dem Audi Q5 einen Unfall gebaut hatte.

32-jähriger Pole hatte wohl Amphetamine genommen

Den Beamten der Braunschweiger Autobahnpolizei war noch während der Verfolgung des Audi A6 eben jener Q5 aufgefallen, der ebenfalls mit Hildesheimer Kennzeichen auf der Autobahn 2 Richtung Berlin unterwegs war. Sie meldeten den Wagen ihren Magdeburger Kollegen – die sichteten das beschriebene Auto in Höhe der Raststätte Börde Süd und nahmen die Verfolgung auf. Als der Fahrer das bemerkte, gab er Gas und versuchte zu entkommen, setzte dabei in der Nähe von Magdeburg in Höhe der Anschlussstelle Rothensee in einer Baustelle zum Überholen eines Lastwagens an. Dabei kollidierte er allerdings seitlich mit dem Transporter – und seine Flucht endete. Nach Angaben der Magdeburger Polizei handelt es sich bei dem mutmaßlichen Autodieb um einen 32-jährigen Polen, ein Drogenschnelltest ergab, dass der Mann Amphetamine zu sich genommen haben muss. Für eine Blutprobe brachten die Beamten den bei dem Unfall unverletzt gebliebenen 32-Jährigen auf die Wache. Die inzwischen eingeschaltete Staatsanwaltschaft Hildesheim will nun prüfen, ob sie beim zuständigen Amtsgericht Magdeburg beantragt, Untersuchungshaft gegen den mutmaßlichen Autodieb zu verhängen.

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