Söhlde - Der Brand in der Söhlder Biogas-Anlage am Dienstag gefährdet die Versorgung mit Fernwärme und Strom nicht. Dies sagt Cord-Herwig Plumeyer, Geschäftsführer der Betreiberfirma Bio-Energie Söhlde.
Brand durch technischen Defekt
Aufgrund eines elektrotechnischen Defekts im sogenannten Wärmecontainer brach am Dienstag ein Feuer auf der Anlage aus. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten nach Söhlde aus und brachten das Feuer schnell unter Kontrolle. „Wenn die Feuerwehr und unser Nachbar – die Kreidewerke – nicht so schnell reagiert hätten, wäre der Schaden viel größer ausgefallen“, sagt Plumeyer.
Aber was bedeutet der Unfall für die Versorgungslage in Söhlde? Die Biogas-Anlage speist nach Zahlen des Betreibers jährlich rund 9 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom ins Netz der Avacon ein. Dieser Bereich ist vom Brand nicht betroffen, weil das Kraftwerk selbst unbeschadet weiter läuft. Lediglich die Fernwärmeversorgung ist unterbrochen – im Jahr belaufe sich diese ebenfalls auf 9 Millionen kWh. Die Wärme beziehen laut Plumeyer unter anderem die Söhlder Oberschule, die Grundschule, Kirchen und der TSV Söhlde.
Verorgung lief erstmal weiter
Am Abend des Brandes lief die Versorgung allerdings erst einmal weiter. „Wir haben einen großen Wärmepuffer“, sagt Plumeyer. Bevor dieser aufgebraucht werden konnte, seien Wärmemodule an einige Kunden geliefert worden, die nicht noch andere Heizungen – etwa Gasheizungen – in ihren Gebäuden hätten. Mit diesen Modulen würde vorübergehend mit Strom Wärme erzeugt. „Es musste niemand frieren.“ Im Sommer bedeutet das vor allem: Niemand musste auf Warmwasser verzichten.
Die Reparaturen sind laut Geschäftsführer schon in die Wege geleitet, im Laufe der nächsten Woche sollte alles an der Anlage wieder reibungslos laufen.
Unabhängig vom Wetter
Die Panne hält Plumeyer nicht davon ab, optimistisch auf die Rolle von Biogas in Söhlde zu blicken. „Wir wollen unser Fernwärme-Netz ausbauen“, sagt er. Noch in diesem Jahr will er auf Interessenten in Söhlde zugehen.
Die Anlage gehört einer Gemeinschaft mehrerer Landwirte. Aus Rüben und Mais wird per Gärung Methangas gewonnen, das in einem Blockheizkraftwerk verbrannt wird. Die dabei anfallende Hitze erwärmt per Wärmetauscher Wasser, das die Fernwärme transportiert. „Biogas ist die einzige Art, Strom aus regenerativen Ressourcen zu gewinnen, die nicht vom Wetter abhängig ist“, sagt Plumeyer.

