Harsum - Nach dem Insolvenzantrag des Harsumer Behälterbau-Unternehmens Edelstahl Nord Harsum Stainless-Steel Processing geht der Betrieb in der Firma zunächst ohne Einschränkungen weiter. Das hat die vorläufige Insolvenzverwalterin Birte Meister am Freitag auf Anfrage der HAZ betont. Die rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben an Bord und bekommen für die Monate Februar, März und April Insolvenzgeld anstelle des Gehaltes. Sie sei für die Zukunft des Betriebes „ganz zuversichtlich“, so Meister.
Auch Hildesheimer Firma betroffen
Zu den konkreten Ursachen für die Insolvenz könne sie noch nicht viel sagen, sagte die Juristin weiter. Die Marktentwicklung sei aber natürlich kein Geheimnis. „Es gibt im Moment eine große Investitions-Zurückhaltung in weiten Teilen der Industrie“, stellt die vorläufige Insolvenzverwalterin fest. Das Harsumer Unternehmen sei derzeit auch nicht der einzige Behälterbauer, der einen Insolvenzantrag gestellt habe. Solche Firmen seien oft unter anderem von stark gestiegenen Material- und Energiepreisen erheblich betroffen.
Tatsächlich gibt es einen ähnlichen Fall in Hildesheim: Bei der Firma Hildesheimer Behälterbau mit Sitz am Cheruskerring hatte bereits am 7. November vergangenen Jahres das vorläufige Insolvenzverfahren begonnen, seit dem 5. Januar befindet sich das Unternehmen im „richtigen“ Insolvenzverfahren.
Nach erster Insolvenz aufgeteilt
So weit ist Edelstahl Nord noch nicht. „Die Kunden halten dem Unternehmen jedenfalls die Treue“, stellt Birte Meister fest. Der Betrieb sei auch nicht von einem Großkunden oder einem bestimmten Auftrag abhängig, das erhöhe die Chancen.
Das Harsumer Unternehmen ist erst vor drei Jahren aus einer Insolvenz des Ursprungs-Unternehmens Edelstahl Nord heraus entstanden. Dessen Hildesheimer Hauptsitz ging an den Schweizer Oxytec-Konzern und heißt nun Stainlesstec, diese Firma ist bislang durchaus erfolgreich. Der in Harsum angesiedelte Behälterbau wurde abgetrennt und von einer Unternehmensgruppe aus Gütersloh übernommen. Zunächst wuchs der Betrieb auch, die Mitarbeiterzahl stieg nach dieser Übernahme binnen drei Jahren von 30 auf 40.
Eigentümer aus Gütersloh
Weil Gütersloh trotz der Produktionsstätte in Harsum der offizielle Firmensitz ist, ist nun auch das Insolvenzgericht in Bielefeld für den Fall zuständig und hat eine Bielefelder Rechtsanwältin als vorläufige Insolvenzverwalterin eingesetzt. Die restliche Firmengruppe ist von der Insolvenz nicht betroffen.
