Neuer Standort

Nach Großbrand in Wäscherei: Diakonie Himmelsthür hat eine neue Halle für den Betrieb in Hildesheim gefunden

Hildesheim - Künftig wird die Großwäscherei der Diakonie Himmelsthür nicht mehr in Sorsum, sondern in Bavenstedt ihren Betriebssitz haben. Welche Halle das Unternehmen kauft und wie es mit der Brandruine weitergehen soll.

Ein Großbrand hat die Großwäscherei der Diakonie Himmelsthür in Sorsum nahezu vollständig vernichtet. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Gut drei Monate, nachdem ein Großbrand die Großwäscherei der Diakonie Himmelsthür in Sorsum nahezu vollständig vernichtet hat, steht fest, dass der Betrieb nach Bavenstedt ziehen wird – in eine Halle an der Maybachstraße, die bislang von dem Möbelhaus Poco als Lager genutzt wurde. Das teilte Diakoniesprecherin Ute Quednow jetzt mit.

Mit 6.600 Quadratmetern habe die Halle genau die richtige Größe, sei insgesamt gut für die Zwecke der Wäscherei geeignet und könne ebenerdig alles beherbergen, was gebraucht wird, sagte sie weiter. „Kleinere Um- und eventuell auch Anbauten werden das Gebäude für die neue Nutzung weiter optimieren.“

Das gesamte Gelände hat laut Quednow eine Fläche von 21.000 Quadratmetern. Genug Platz also auch für die Lkw-Flotte der Wäscherei. Die Diakoniesprecherin hebt mit Blick auf die Auslieferung außerhalb Hildesheims zudem die gute Erreichbarkeit beider Autobahnanschlüsse hervor. Auch eine Bushaltestelle sei für die Mitarbeitenden in nur etwa 150 Metern Entfernung vom künftigen Betriebsort vorhanden.

Kauf ist wirtschaftlicher als Neubau

Der Kauf der Halle, so Quednow, sei wirtschaftlicher als ein Neubau auf einem leeren Grundstück oder der Wiederaufbau am bisherigen Standort. Diese Lösung werde deshalb von den beiden Gesellschaftern, der Sitex GmbH und der Diakonie Himmelsthür, sowie von den Versicherungen unterstützt. „Auf diesem Weg kann die Gemeinschaftswäscherei Himmelsthür am schnellsten wieder vollständig als eigenständige Wäscherei arbeiten“, so Quednow. Zur Höhe des Kaufpreises äußerte sich die Pressesprecherin nicht, erklärte aber: „Die Halle wird gekauft und nicht gepachtet, um sicher zu sein, dass der Pachtvertrag nicht irgendwann beendet wird.“ Ein dann erforderlicher Umzug mit dem ganzen Maschinenpark wäre laut Quednow finanziell einfach nicht leistbar.

Seit Januar nutzt die Diakonie für den Betrieb der Wäscherei eine angemietete Halle auf dem Bosch-Gelände im Hildesheimer Wald. Für einige Monate wird es für die Beschäftigten dort wohl noch weitergehen. „Ende des Jahres wollen wir in die neue Halle umziehen“, sagte Marco Conforto, Geschäftsführer der Wäscherei. „Das ist ehrgeizig, und noch ist unklar, ob es wirklich klappt. Aber das ist unser Ziel.“

Moderner und digitaler

Mit dem Neustart am Standort in der Maybachstraße soll die Wäscherei moderner, digitaler und nachhaltiger werden, sagt Quednow. Der Maschinenpark werde aber ähnlich sein wie bisher. Mitte März hatte die Diakonie das einsturzgefährdete Dach des abgebrannten Gebäudes in Sorsum entfernen lassen, um zu prüfen, ob einzelne Maschinen noch gerettet werden können. Wie Diakoniesprecherin Quednow nun auf Nachfrage mitteilte, sind die Maschinen jedoch durch den Ruß zu stark kontaminiert worden. „Zum größten Teil müssen sie ersetzt werden, weil ein verlässlicher Einsatz nicht mehr gewährleistet werden kann.“

Aktuell werde eine Ausschreibung erarbeitet, um den Auftrag für den Abriss der Brandruine zu vergeben. Einen Zeitplan dafür gibt es laut Quednow daher noch nicht. Ist das alte Gebäude erst abgerissen, will die Diakonie die Fläche für eine neue Nutzung zur Verfügung stellen. Aber: „Wann es hier konkret weitergeht, ist noch offen.“

Das sagt die Staatsanwaltschaft

Anfang Januar war das Großfeuer in der Sorsumer Wäscherei ausgebrochen. Die Staatsanwaltschaft, die, wie berichtet, von vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung ausgeht, hat weiterhin noch keinen Tatverdächtigen ermittelt, wie Pressesprecherin Christina Wotschke am Donnerstag mitteilte.

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