Kanalarbeiten

Nach halbem Jahr Vollsperrung: Straße zum Hildesheimer Rottsberg wieder frei – Anlieger bemängelt verpasste Chance

Hildesheim - Ein halbes Jahr lang wurden in der Triftstraße in Hildesheim Abwasserkanäle erneuert. Vollsperrungen und Umleitungen waren die Folgen für Jugendherberge und Sportverein. An den Arbeiten haben sie nichts zu kritisieren, aber in einer Sache sehen sie Nachholbedarf.

Die Triftstraße in Hildesheim ist nach einen halben Jahr wieder frei. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Ein halbes Jahr lang war die Triftstraße aufgrund von Bauarbeiten gesperrt. Die Stadtentwässerung Hildesheim (SEHi) hat in drei Bauabschnitten einen neuen Abwasserkanal verlegen lassen. Baustellenlärm und Umleitungen haben in dieser Zeit die Jugendherberge und den Familien-Sport-Bund Hildesheim (FSB) begleitet, weil deren Zufahrten direkt an der Triftstraße liegen. Wie haben sie diese Zeit erlebt?

„Bemerkenswert“, nennt der Leiter der Jugendherberge, Ulrich Wiesmann, die vergangenen Monate. „Der Start war holprig“, sagt er rückblickend. Vor allem zu Beginn habe es Probleme mit den Umleitungsrouten gegeben, da diese bei Google nicht korrekt angezeigt wurden.

Auch der FSB bekam die Auswirkungen der Sperrung zu spüren. Die ersten beiden Bauphasen fielen genau in die Hochsaison. Besuchende und Mitglieder hätten sich aber schnell an die Umleitungen gewöhnt. „Manch einer weiß jetzt erst, warum der Panoramaweg genauso heißt“, scherzt FSB-Vorsitzender Harald Zielke.

Lob an die zuständige Baufirma

Zielke sah die Bauarbeiten von Beginn an nicht kritisch. Er lobt die Zusammenarbeit mit der zuständigen Firma. „Auf dem Gelände lebt eine Familie“, erklärt er. Als im dritten Bauabschnitt eine Zufahrt mit dem Auto nicht mehr möglich war, habe man unkompliziert eine Lösung gefunden. Bei notwendigen Fahrten sei nach kurzer telefonischer Absprache eine Durchfahrt ermöglicht worden. „Das hat sehr gut geklappt“, sagt Zielke.

Zwar mussten ein Erste-Hilfe-Kurs in den Januar verschoben und das Adventstreffen abgesagt werden, dennoch zieht der FSB-Vorsitzende ein positives Fazit: „Im Verhältnis zu dem komplett erneuerten Abwasserkanal können wir hier gar nicht von schlimmen Einschränkungen sprechen.“

Auch Ulrich Wiesmann bewertet die Zusammenarbeit insgesamt positiv. „Die Abstimmung mit der Firma war gut. Bei Problemen waren sie jederzeit hilfsbereit“, sagt er. Einschränkungen im Betrieb der Jugendherberge habe es nicht gegeben – aber einen erhöhten organisatorischen Aufwand. So seien alle Gäste mit bestehenden Buchungen vorab per E-Mail über die Umleitungen informiert worden. „Es gab aber keine Rückgänge bei den Besucherzahlen“, berichtet Wiesmann.

Eine verpasste Chance

Was noch fehlt, sind die Fußgängerwege. „Aktuell ist die Straße noch zweispurig“, erklärt Wiesmann, er geht jedoch davon aus, dass die Wege noch angelegt werden. Eine verpasste Chance sieht er hingegen in der fehlenden Straßenbeleuchtung. „Das ist schade. In der Straße ist es dunkel wie im Jenseits“, sagt er. Gerade für seine Mitarbeiterinnen, die im Dunkeln die Straße entlanggehen müssten, wäre eine Beleuchtung aus seiner Sicht wünschenswert.

Nach Angaben der SEHi sind die Arbeiten im westlichen Abschnitt in Richtung Rottsberg abgeschlossen. Ab dem 5. Januar sollen lediglich noch Restarbeiten erfolgen. Zudem kündigt die SEHi an, dass ab dem 13. Januar weitere Kanalarbeiten im östlichen Teil der Triftstraße zwischen der Joseph-Müller-Straße und der Bergstraße beginnen werden.

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